Nein zum Standort an Spreemündung / Investor will nun ins Umland

Senat blockiert Spaßbad

Elmar Schütze
2 Min

Spandaus Wasserratten müssen sich wohl weiter mit den Bädern an der Radeland- und an der Gatower Straße zufrieden geben. Das geplante "Spaßbad" am Zufluß der Spree in die Havel auf dem Gelände der früheren Firma Kuke wird dort wohl nicht gebaut: Der Senat ist dagegen."Wir haben die Fläche einem kleinen Produktionsbetrieb aus Schöneberg angeboten, der seinen bisherigen Standort verlassen muß. Noch hat diese Firma Erklärungszeit", sagt Staatssekretär Wolfgang Branoner aus der Senatswirtschaftsverwaltung. Solange eine Antwort der Schöneberger ausstehe, sperre er sich gegen eine andere Nutzung. Denn das Kuke-Gelände gilt als Industriegrund und ist damit im Industrieflächensicherungsprogramm des Senats geschützt. Im Übrigen liege Spandau bei der Umnutzung von Gewerbe- und Industrieflächen in Berlin an der Spitze. Als Ausgleichsstandort schwebe Branoner das Quartier Haveleck in Haselhorst vor, wo früher die Esso- und Shell-Tanklager waren."An das Haveleck gehen wir ganz sicher nicht. Das ist das völlig falsche Umfeld für so ein Spaßbad. Außerdem ist es für den Verkehr nicht erschlossen. Als Alternative käme für uns dann nur Dallgow oder Falkensee in Frage", sagt kategorisch August Hermann Obermark, Generalbevollmächtigter der Südost-Finanz.Die Schweizer Investment-Firma will an der Spreemündung zwischen 35 und 50 Millionen Mark in ein sogenanntes Spaßbad stecken. Dabei kalkuliert Südost mit bis zu einer Millionen Besucher im Jahr - Konkurrenz etwa für das "Blub" in Britz. Das noch existierende Gebäude der pleitegegangenen Firma Kuke will Südost mitnutzen, etwa den Innenhof mit einer Glaskuppel abdecken. Mindestens so wichtig ist die Lage. Südost hofft, zahlungskräftigen Investoren hochwertige Gastronomie am Wasser anbieten zu können. An den Plänen, beide Seiten der Klosterstraße im Zentrum Spandaus mit Einzelhandelszentren zu bebauen, halte Südost jedoch fest, so Obermark. Rückendeckung bekommt er von der Spandauer Kommunalpolitik. "Ich appelliere an den Senat, sein Industrieflächensicherungsprogramm nicht stur durchzusetzen. Hier steht ein Dienstleister, der über 200 neue Arbeitsplätze schaffen würde, kurz davor, ins Umland zu gehen", sagte Bürgermeister Konrad Birkholz (CDU) am Mittwoch auf der Bezirksverordnetenversammlung. Auch die SPD sprach sich für das Bad an der Spreemündung aus. Baustadtrat Thomas Scheunemann (SPD): "Man darf an dieser herausragenden Stelle kein Gewerbe ansiedeln." Den Standort Haveleck in Haselhorst schloß er aus. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dietrich Berndt ergänzte: "Die Chance so ein Bad zu bekommen, käme nie wieder." Branoner lege eine "unverantwortliche Veto-Haltung" an den Tag. +++

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