Als gestandener Politiker weiß Carsten Linnemann, wie man im Medienzeitalter des 21. Jahrhunderts auf sich aufmerksam macht. Im November 2022 startete Linnemann sein Podcast-Format „Einfach mal machen“. Mittlerweile hat er 33 Folgen herausgebracht, in denen er mit mehr oder weniger prominenten Gästen über Wirtschaft und Politik diskutiert. Linnemann ist als CDU-Generalsekretär damit zuletzt sogar auf Deutschland-Tour gegangen. Das Ziel Linnemanns: sein Image als Wirtschaftsexperte festigen.
Doch nun sitzt Linnemann auf der Regierungsbank einer schwarz-roten Koalition. Er ist jetzt Gesundheitsminister und nicht mehr Generalsekretär. Seine Deutschland-Tour hat er deshalb eingestellt, heißt es auf der Website. Die Fans bangen nun auch um den gesamten Podcast. Denn als Koalitionsminister hat man nun grundlegend andere Verpflichtungen. Und scheinbar auch eine grundlegend andere politische Einstellung. Der Wirtschaftspolitiker mutiert von einem Tag auf den anderen zum Sozialpolitiker. Für Linnemann ist so eine Metamorphose als gestandener Politiker natürlich kein Problem.
So sind die groß geschwungenen Reden von marktwirtschaftlicher Effizienz schnell der sozialpolitischen Barmherzigkeit gewichen. Früher nannten sie in der Union die Sozialpolitiker wie Norbert Blüm Herz-Jesu-Sozialisten. Dazu gehört jetzt wohl auch Linnemann. Sein erstes Bravourstück als christlicher Sozialist: die Pflegeversicherung.
Pflegeversicherung
Neoliberaler Falke oder Dino-Chicken-Nugget? Die wundersame Wandlung des Carsten Linnemann
Linnemann ist jetzt nicht mehr CDU-Generalsekretär, sondern Gesundheitsminister in einer Koalition mit der SPD. Das färbt ab. Etwa beim Thema Pflegeversicherung.
7 Min
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Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) war früher ein profilierter Wirtschaftspolitiker und beliebter Podcaster.
© Christoph Soeder/dpa
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