Während der Irankrieg die internationalen Schlagzeilen beherrscht, rückt der Gazastreifen erneut aus dem Zentrum der politischen Aufmerksamkeit. Doch gerade jetzt, in einer Phase, die offiziell als Waffenruhe gilt, verschärft sich die Lage dort dramatisch. Israel weitet seine militärische Kontrolle aus, Hilfsorganisationen warnen vor einer weiteren humanitären Katastrophe, und die Lebensbedingungen für rund zwei Millionen Menschen werden immer unerträglicher.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte jüngst, die Armee kontrolliere inzwischen rund 60 Prozent des Gazastreifens. Seine Anweisung lautete, diesen Anteil auf 70 Prozent zu erhöhen. Als ein Zuhörer während der Rede forderte, Israel solle gleich den gesamten Gazastreifen einnehmen, antwortete Netanjahu, man gehe „Schritt für Schritt“ vor – zuerst 70 Prozent, damit fange man an.
Bei Inkrafttreten der von den USA vermittelten Waffenruhe im Oktober 2025 lag der israelische Kontrollbereich noch bei rund 53 Prozent der Fläche. Der Gazastreifen umfasst nur etwa 365 Quadratkilometer, ungefähr die Größe Münchens oder Bremens.
Nahostkonflikt
Das tägliche Sterben: Gazas Krise im Schatten einer Waffenruhe, die keine ist
Unter dem Deckmantel der Kampfpause treibt Israel die militärische Besetzung des Gazastreifens voran. Während die Welt wegschaut, eskaliert die humanitäre Not in dem Palästinensergebiet.
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Ein palästinensisches Kind hält in den Ruinen eines zerstörten Gebäudes ein Schild mit der Aufschrift: „Ein hungriges Kind kann nicht lächeln.“
© IMAGO/Moiz Salhi
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