Neubau der Schleuse wird von Findlingen behindert / Zusätzliche Kosten von 200 000 Mark entstehen

Beim Neubau der Schleuse liegen viele Steine im Weg

Lothar Münner
2 Min

Die Eiszeit macht uns beim Bau der Spandauer Schleuse mehr zu schaffen, als wir uns vorgestellt haben", sagt Dirk Beischau vom Berliner Wasserstraßen-Neubauamt (WNA). Arbeiter stießen in dieser Woche auf massive Felsbrocken im Untergrund der Havel. Um die Begrenzungswände für drei Baugruben zu errichten, müssen die Steine entfernt und gegen Sand und Kies ausgetauscht werden."Die bis zu einem halben Kubikmeter großen Findlinge befinden sich in einer Tiefe zwischen 8,50 bis 10,50 Meter", sagt Beischaus Kollegin Gabriele Born. Um die Felsbrokken für die Spundwände aus dem Weg zu räumen, setzt die beauftragte Firma auf einem Lastenschiff ein Bohrgerät mit einer 1,20 Meter breiten Röhre ein. WNA-Bauaufseher Beischau: "Die Maschine zertrümmert die Steine und befördert dann die Reste in einem Korb nach oben." Erst danach können die 16 Meter langen, 63,5 Zentimeter breiten und zwei Zentimeter dicken Einzelteile der Stahlspundwände so in den Untergrund eingelassen werden, daß sie den Wassermassen standhalten. Bauaufseher Beischau: "Um Lärm und Schwingungen zu vermeiden, pressen wir jede Stahlbohle einzeln in die Erde. Dafür wird eine Maschine benutzt, die einem Druck von 150 Tonnen standhält." Bei vorherigen Arbeiten hatten sich viele Einzelteile der Wände durch die harten Felsen so stark verbogen, daß sie nicht mehr verwendet werden können.Wegen der natürlichen Hindernisse haben sich die Arbeiten an der Schleuse um Wochen verzögert. WNA-Mitarbeiterin Gabriele Born rechnet damit, daß die Wände erst im Jahr 2000 stehen. Bisher seien nur die Bohlen für das sogenannte Oberhaupt ein Rahmen, in dem später eines der beiden Schleusentore eingebaut wird an den Ufern installiert worden. Um Beton für den Boden der Konstruktion zu gießen, müssen 100 sogenannte "Auftriebsanker" zur Stabilität des Bekkens 17 Meter tief in den Grund der Havel eingelassen werden. Bauaufseherin Born: "Wir befürchten, daß sich auch dort Felsbrocken befinden, die wir entfernen müssen."Das Wasserstraßen-Neubauamt rechnet mit zusätzlichen Kosten von bis zu 200 000 Mark. Die Behörde will die verlorene Zeit aufholen. Im Dezember 2001 soll das 156 lange und 12,50 Meter breite Bauwerk an der Spandauer Zitadelle für den Schiffsverkehr innerhalb Berlins probeweise eröffnet werden.

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