Die Beschaffung der neuen Leichten Kampfhubschrauber (LKH) für die Bundeswehr steht nach Angaben des Bundesrechnungshofs vor erheblichen Problemen. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Prüfbehörde für den Bundestag. Das Projekt befinde sich demnach „auf einem kritischen Pfad“. Die Maschinen würden später als geplant einsatzbereit sein, zudem gebe es Probleme mit der Kampfbereitschaft.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte sich dem Bericht zufolge 2023 die Zustimmung des Haushaltsausschusses für die Beschaffung geholt. Das Projekt umfasst ein Volumen von 2,5 Milliarden Euro. Der Hersteller Airbus soll bis 2028 Militärvarianten des zivilen Hubschraubers H145M liefern, der unter anderem als ADAC-Rettungshelikopter bekannt ist.
Nato-Zusagen in Gefahr
Der Rechnungshof befürchtet laut Spiegel, dass die Bundeswehr wegen der Verzögerungen ihre Zusagen gegenüber der Nato nicht einhalten könne. Berlin hatte dem Bündnis versprochen, bis 2029 zunächst zwölf und ab 2032 insgesamt 72 einsatzbereite Kampfhubschrauber bereitzustellen. Das Verteidigungsministerium weise diese Befürchtungen zurück, wolle die Kritikpunkte aber prüfen, heißt es in dem Bericht.
Munition noch nicht einsatzfähig
Besondere Probleme bereite die Munition. Die Bundeswehr erhalte Hubschrauber, „mit denen sie zwar fliegen, aber auf absehbare Zeit noch nicht kämpfen kann“, zitiert der Spiegel aus dem Bericht. Die verfügbare 20-Millimeter-Munition könne wegen „einer elektrostatischen Empfindlichkeit des Anzündhütchens“ nicht als sicher erklärt werden. Wann der Hersteller den Mangel beheben könne, sei unbekannt. Panzerabwehrraketen würden erst ab Ende 2027 geliefert und bis 2029 getestet. Das Ministerium selbst habe diesen Zeitplan als „sehr ambitioniert“ bezeichnet.
Der Rechnungshof empfehle laut Spiegel, das Projekt auf den Prüfstand zu stellen und weitere Bestellungen bei Airbus vorerst auszusetzen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass das Ministerium dieser Empfehlung folge.
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