Verteidigungsbündnis

Neue Kampftruppen in Finnland und Schweden: Nato verstärkt Nordostflanke

In Schweden und Finnland nimmt eine neue multinationale Kampftruppe ihren Dienst auf. Im Zentrum steht ein schwedischer Verband auf arktischem Boden – mit Blick auf Russland und China.

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Schwedische Soldaten bei einer Militärübung

Schwedische Soldaten bei einer Militärübung

© NL Beeld/Robert Meerding/imago

Die Nato hat am Samstag in Finnland und Schweden eine neue multinationale Truppe in Dienst gestellt. Damit will das Bündnis seine Abschreckung an der Nordostflanke gegenüber Russland stärken. Die neue Einheit mit dem Namen Forward Land Forces (FLF) Finland besteht aus einer von Schweden geführten Kampfgruppe im nordschwedischen Boden sowie einem multinationalen Hauptquartier im finnischen Rovaniemi. Das teilte die Nato in einer Erklärung mit.

Beide Komponenten unterstehen dem Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Europa, US-General Alexus Grynkewich. Die Region zähle zu den strategisch bedeutsamsten und zugleich anspruchsvollsten Gebieten der Welt, erklärte Grynkewich. Die Truppe solle die Verteidigung in der Hocharktis stärken – auch mit Blick auf die militärischen Aktivitäten Russlands und das wachsende Interesse Chinas in der Region.

Schwedische Kampfgruppe als Kern

Schweden stellt als sogenannte Rahmennation eine Bataillonskampfgruppe mit rund 600 Soldatinnen und Soldaten, die in Boden nahe der finnischen Grenze stationiert ist. Bei Bedarf könne der Beitrag auf bis zu 1200 Kräfte ausgeweitet werden, hieß es vom schwedischen Verteidigungsministerium. Die Truppe sei für den Einsatz unter arktischen Bedingungen ausgebildet und solle bei Bedarf schnell nach Nordfinnland verlegt werden können.

Der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson erklärte, sein Land nehme die Stärkung der Nato-Nordostflanke ernst, was sich auch darin zeige, dass schwedische Truppen nun unter Nato-Kommando gestellt würden. Sein finnischer Amtskollege Antti Häkkänen bezeichnete den Start als bedeutenden Schritt für Finnland und das gesamte Bündnis. Die Einheit werde nicht dauerhaft in Finnland stationiert, sondern an Übungen teilnehmen und ihre Verlegebereitschaft aufrechterhalten.

Beschluss beim Washingtoner Gipfel

Die Entscheidung zur Aufstellung der FLF Finland war bereits im Jahr 2024 beim Nato-Gipfel in Washington gefasst worden. Neben Finnland und Schweden wollen sich nach Angaben der finnischen Behörden auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Dänemark und Island am Aufbau beteiligen. Langfristig soll die Truppe zu einem Verband in Brigadestärke ausgebaut werden.

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Vergleichbare Forward Land Forces betreibt die Nato bereits in Bulgarien, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und der Slowakei. Finnland war der Nato im April 2023 beigetreten, Schweden folgte im Jahr 2024. Beide Länder gaben damit ihre traditionelle Bündnisfreiheit auf – als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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