Zumindest in der Kunst sind im Kalten Krieg, als die Welt mit dem Gleichgewicht des Schreckens in Balance gehalten wurde, die Bänder nicht zerrissen. Trotz aller extremen ideologischen Zerrungen, Dehnungen, Dellen. Es wurde im ruinösen Wettstreit der Systeme, während der (atomaren) Hochrüstung, wie während der kurzen „Tauwetterperioden“ östlich wie westlich unverdrossen gemalt, geformt, fotografiert, performt – das alles imprägniert mit der Hoffnung, die Kunst könne doch etwas bewirken. Der Eiserne Vorhang ist weg seit 33 Jahren, Deutschland wiedervereint. Und die Nationalgalerien Ost und West wurden eins.
Neue Nationalgalerie
Kunst aus dem Kalten Krieg: Was sagt sie uns heute?
Im Mies-van-der-Rohe-Tempel beginnt die große Dauerausstellung „Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft. Sammlung der Nationalgalerie 1945–2000“.
Ingeborg Ruthe
Timo Feldhaus
9 Min
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Katharina Sieverding: „Schlachtfeld Deutschland, XI/78“, 1978 (Ausschnitt)
© VG Bild-Kunst, 2023/SMB/Neue Nationalgalerie/Jens Ziehe
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