Neue Pläne für Verkehrsanbindung des Karower Neubaugebietes / Kritik an Stadtrat

Anwohner wollen Ausbau ihrer Straße verhindern

Mathias Raabe
3 Min

Seit Ende Februar wird an der neuen Verbindungsstraße von der Bundesstraße 2 nach Karow gebaut: 1,9 Millionen Mark hat der Senat dem Bezirk für den Ausbau eines 1,3 Kilometer langen Teilstücks der alten Baustraße zur Verfügung gestellt. Trotzdem besteht die Gefahr, dass die Straße eine teure Sackgasse bleibt, die faktisch ins Nichts führt. Denn nach wie vor hat der zuständige Stadtrat Horst Hartramph (CDU) nicht die nötigen Flächen, um die Straße wie geplant an die Karower Bahnhofstraße anzubinden. Die Verhandlungen mit mehreren Erbengemeinschaften, denen das Ackerland gehört und über das die Trasse verlaufen soll, waren bislang erfolglos. Dies musste Hartramph auf der jüngsten Tagung der Bezirksverordneten einräumen. Wohl auch deshalb hat der Bezirk jetzt seine Pläne geändert: Nicht mehr zur Bahnhofstraße soll die alte Baustraße nun führen, sondern laut Hartramph bereits früher abzweigen und an der Straße Am Hohen Feld enden. Deren Anwohner laufen gegen die Pläne Sturm, denn mit ihrer Wohnidylle wäre es dann vorbei. "Wir werden notfalls gerichtlich verhindern, dass der gesamte Verkehr durch unsere Straße geführt wird", sagt Arno Bansen, Sprecher der Bürgerinitiative "Am Hohen Feld". 18 000 Autos täglich Bansen verweist auf eine Senatsstudie von 1995, laut der bis zu 18 000 Fahrzeuge die neue Verbindung täglich nutzen würden. "Diese Lärmbelastung wäre nicht zu ertragen.", sagt der 66-Jährige. Denn die Einfamilien-Häuser stehen direkt an der Straße. Zudem sollen die 30 betroffenen Anwohner jeweils 1,50 Meter ihrer Grundstücke abtreten, damit die Straße auf 15 Meter Breite erweitert werden kann, sagt Bansen. Sie befürchten außerdem, auch die Kosten für den Ausbau der Siedlungsstraße tragen zu müssen. Von Eigenanteilen von jeweils 34 000 Mark ist bereits die Rede. Ende nächsten Jahres soll laut Hartramph der Straßenausbau abgeschlossen sein. Bansen ist sich aber sicher, dass die rund 30 betroffenen Hausbesitzer in der Straße Am Hohen Feld vor Gericht Erfolg haben. Schon einmal hatten Anwohner wegen des starken Verkehrslärms durch die alte Baustraße geklagt und Recht bekommen. Im Dezember musste die viel befahrene Verbindung, die damals noch zum Ingwäonenweg im Neubaugebiet Karow-Nord führte und eigentlich nur als Provisorium für den Bau der Neubausiedlung angelegt worden war, geschlossen werden. Dabei haben die Mitglieder der Bürgerinitiative nichts gegen die Straße, die Karow und sein Neubaugebiet besser an die Innenstadt und und den östlichen Berliner Ring anbinden soll. "Die Straße macht aber nur Sinn, wenn sie wie geplant auch zur Bahnhofstraße führt", sagt Bansen. Er versteht zudem nicht, warum Stadtrat Hartramph überhaupt den Startschuss für die Arbeiten an der Straße gegeben hat, obwohl noch nicht alle dafür nötigen Flächen gekauft worden sind. "Wir haben deshalb eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen ihn gestellt." Bansen will, dass gemeinsam mit den Betroffenen ein "schlüssiges Verkehrskonzept" erarbeitet wird.BLZ/ANJA KÜHL Neue Pläne: Die Hauptstraße für Karow soll "Am Hohen Feld" enden.

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