Wissenschaft

Neue Studie: Haie sind gar nicht still – anders, als bisher gedacht

Können Haie Laute von sich geben? Bisher hatte die Wissenschaft keine genaue Antwort auf diese Frage. Eine neue Studie gibt erste Aufschlüsse.

3 Min
Über die Kommunikation zwischen Haien ist nicht viel bekannt.

Über die Kommunikation zwischen Haien ist nicht viel bekannt.

© Bluegreen Pictures/imago

Haie gelten als lautlose Tiere. So haben sie etwa keine Schwimmblase, die einige Fische zur Erzeugung von Lauten nutzen können. Doch laut einer neuen Studie, die am Dienstag in der Fachzeitschrift Royal Society Open Science veröffentlicht wurde, gibt es Hinweise darauf, dass Haie durch das Schnappen ihrer Zähne aktiv Geräusche erzeugen. Zum ersten Mal wurde auch eine Tonaufnahme der Klickgeräusche veröffentlicht, die unter anderem auf dem Wissenschaftsportal Science Alert zu hören ist.

Für die Studie wurden zehn Exemplare der kleinen, vor den Küsten Neuseelands verbreiteten Haiart Mustelus lenticulatus untersucht. Die leitende Studienautorin Dr. Carolin Nieder hatte bereits bei vorherigen Forschungsarbeiten mit den Tieren Klickgeräusche bemerkt, konnte diesen in der Vergangenheit jedoch nicht nachgehen. Für die neue Studie wurden die Haie in mit Unterwassermikrofonen ausgestattete Becken gesetzt und dann berührt oder vorsichtig zwischen den Becken hin- und hergeschoben.

Dabei gaben die Tiere Klickgeräusche ab, die durchschnittlich rund 48 Millisekunden dauerten, was kürzer ist, als einmal mit dem Auge zu blinzeln. Dabei wurden die meisten Geräusche innerhalb der ersten zehn Sekunden der Behandlung festgestellt, danach wurden sie immer seltener. In den ersten zehn Sekunden gaben die Haie demnach durchschnittlich sieben Klickgeräusche von sich, in den letzten zehn Sekunden waren es im Durchschnitt nur noch zwei.

Forscherin: Haie schienen sich an die Versuche zu gewöhnen

„Als sich die Tiere an das tägliche Versuchsprotokoll gewöhnt hatten, hörten sie ganz auf, Klickgeräusche zu machen, als hätten sie sich an die Gefangenschaft und den Versuchsablauf gewöhnt“, sagte Nieder laut CNN. Das konsistente Muster und die Häufigkeit der Klicks deuten laut der Forscherin darauf hin, dass die Geräusche beabsichtigt und nicht zufällig sind.

Da bei diesen Haien keine speziellen Organe zur Geräuscherzeugung gefunden wurden, gehen die Forscher davon aus, dass die Klickgeräusche durch das Zusammenschnappen ihrer starken, ineinandergreifenden Zähne entstehen. Es ist jedoch noch unklar, ob die Tiere ihre eigenen Laute überhaupt hören können. Die Hauptfrequenz der Klickgeräusche liegt demnach im Bereich von 2400 bis 18.500 Hertz, deutlich über dem Hörbereich des Hais von 150 bis 800 Hertz. Der anfängliche Impuls liege aber in einem niedrigeren Bereich, sodass es möglich sein könnte, dass die Laute für die Haie wahrnehmbar sind.

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Um diese Frage zu klären, seien zusätzliche Studien notwendig, heißt es. Auch um einen möglichen Zweck der Geräusche herauszufinden – eine Theorie ist, dass sie eine Art Alarmsignal darstellen – , brauche es weitere Forschung. Ebenfalls offen ist derzeit noch, ob und unter welchen Umständen die Tiere solche Geräusche auch in freier Wildbahn von sich geben und ob andere Haiarten ähnliche Laute erzeugen können.

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