Auf lange Sicht wird der Betrieb der Halle jetzt deutlich preiswerter: Seit Januar 2012 bauen die Berliner Wasserbetriebe an einer Vorrichtung, die das Abwasser der Schwimmhalle als regenerative Energiequelle nutzt. In den Kanal, der das Abwasser unter dem Sachsendamm hindurch ins Klärwerk leitet, wurde ein 50 Meter langer Wärmetauscher eingebaut. Dieser entzieht dem Abwasser – das noch 15 bis 20 Grad warm ist – ein bis zwei Grad Wärme. Eine Gas-Wärme-Pumpe erzeugt daraus dann Energie, die wiederum zum Betrieb unter anderem der Fußbodenheizung im Bad und für die Erwärmung des Badewassers genutzt wird.
Nach Angaben von Jan Waschnewski von den Berliner Wasserbetrieben sei die Schwimmhalle gut geeignet, um Energie zu sparen: Sie wird pro Jahr etwa 7 000 Stunden lang mit Wärme versorgt – das entspricht einem Zeitraum von immerhin 291 Tagen. Zugleich werde sie auch sehr viel genutzt, so dass auch viel Abwasser anfalle. „Unsere Technologie ist ganz neu“, so Waschnewski. Das Pilotverfahren werde deshalb wissenschaftlich begleitet.
Die Nutzung des Warmwassers lohnt sich durchaus. „Wir sparen langfristig ein Drittel der Energie“, sagt der Sprecher der Berliner Bäderbetriebe, Matthias Oloew. Von den Einsparungen profitierten die Bäderbetriebe allerdings noch nicht: Das Geld fließt zunächst in das Energiespar-Projekt selbst. Der Bau der Anlage, die allein 500 000 Euro gekostet hat, wurde vom Senat und von den Wasserbetrieben finanziert. Offiziell in Betrieb genommen wird die Anlage Ende August.
Mit der Schwimmhalle verfügen die Wasserbetriebe in Berlin über vier Anlagen zur Rückgewinnung von Wärme aus Abwasser: Neben zwei Schulen in Friedrichshain und Kreuzberg profitiert auch die Ikea-Filiale in Lichtenberg vom Abwasser. Dort ist die Menge der „geernteten“ Wärme allerdings zehn Mal höher als in der Schöneberger Schwimmhalle.
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