Ölmarkt

Hormus-Krise spitzt sich zu: Brent-Ölpreis reißt 90-Dollar-Marke

Erneute Angriffe der USA auf den Iran und die blockierte Schifffahrt treiben die Ölpreise auf einen neuen Höchststand seit Juni. Analysten warnen vor zunehmender Knappheit.

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Schiffe in der Strafle von Hormus vor Bandar Abbas

Schiffe in der Strafle von Hormus vor Bandar Abbas

© kyodo

Die Preise für Rohöl sind zu Wochenbeginn deutlich gestiegen. Der Konflikt zwischen den USA und Iran belastet die weltweite Versorgung mit Energie über die Straße von Hormus. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kletterte am Montag im asiatischen Handel um rund 2,7 Prozent auf mehr als 90 US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Juni.

Die US-Sorte WTI legte um etwa 2,4 Prozent auf 84,49 Dollar zu, wie der Sender CNBC berichtete. Die New York Times hatte bereits am Sonntagabend einen Anstieg des Brent-Preises um rund drei Prozent gemeldet.

Auslöser des Preisschubs ist die Zuspitzung des Konflikts zwischen Washington und Teheran. Nach Angaben des US-Zentralkommandos griffen amerikanische Streitkräfte in der neunten Nacht in Folge Ziele im Iran an, darunter Küstenüberwachung, Luftabwehrsysteme sowie Lager für Raketen und Drohnen.

Die Angriffe sollten die Fähigkeit Irans schwächen, Handelsschiffe in der Straße von Hormus anzugreifen, hieß es in einer Mitteilung. US-Präsident Donald Trump sagte laut Guardian nach seiner Rückkehr aus dem WM-Finale nach Washington: „Wir haben sie heute Nacht wieder sehr hart getroffen.“

Schifffahrt in Meerenge weitgehend zum Erliegen gekommen

Durch die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman wurde vor dem Krieg etwa ein Fünftel der weltweiten Ölmengen transportiert. Der Schiffsverkehr ist nach Angaben des Guardian weitgehend zum Erliegen gekommen.

Das britische Militär meldete am Montag einen Brand auf einem Schiff nahe der omanischen Küste. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, zwei Öltanker seien nach dem Versuch der Durchfahrt in Brand gesetzt worden. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Vorräte weltweit auf niedrigem Stand

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf Händler und Analysten, die weltweiten Öllagerbestände seien zwischen März und Mai um 360 Millionen Barrel gesunken. Die US-Rohölbestände lägen auf dem niedrigsten Stand seit 1984, die strategische Reserve auf dem tiefsten Niveau seit 1983. Ohne China seien die globalen Vorräte auf einem Rekordtief, zitierte Bloomberg die Bank JPMorgan Chase.

Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), sagte Bloomberg TV: „Wenn die aktuelle Situation länger anhält und die Straße von Hormus geschlossen wird, könnten wir wieder Schwierigkeiten bekommen.“ Die Instrumente zur Schließung von Versorgungslücken seien vorhanden, „aber keines davon ist unerschöpflich“.

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Auch der Markt für Kraftstoffe wie Diesel und Benzin ist nach Angaben von Bloomberg angespannt. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien hätten die Ausfuhren aus Russland verringert. US-Fahrer und Landwirte zahlten für Diesel wieder rund fünf Dollar pro Gallone (etwa 3,8 Liter).

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