Bei einem neuen Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind 80 Menschen gestorben, erklärte das Gesundheitsministerium laut der Nachrichtenagentur Reuters. Gesundheitsminister Samuel Roger Kamba Mulamba gab an, dass in am Donnerstag getesteten Proben in acht Fällen der Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus bestätigt worden sei.
Bis zum 15. Mai seien 246 Verdachtsfälle gemeldet und 80 Todesfälle verzeichnet worden, darunter vier laborbestätigte Fälle, berichtete das kongolesische Online-Portal Actualite.cd. Als mutmaßlicher erster Fall gelte ein Krankenpfleger, der im Evangelischen Medizinischen Zentrum von Bunia gestorben sei. Er habe Symptome wie Fieber, Blutungen, Erbrechen und starke Schwäche gezeigt.
Sorge vor grenzüberschreitender Ausbreitung
Hauptsächlich betroffen seien die Gesundheitszonen Mongwalu und Rwampara, auch in der Provinzhauptstadt Bunia wurden Verdachtsfälle gemeldet. DIe oberste Gesundheitsbehörde Afrikas, Africa Centres for Disease Control and Prevention, zeigte sich laut Reuters besorgt über eine mögliche weitere Ausbreitung. Grund seien das städtische Umfeld in Bunia und Rwampara sowie Bevölkerungsbewegungen im Zusammenhang mit dem Bergbau in den betroffenen Gebieten nahe Uganda und Südsudan, teilte die Behörde laut Reuters mit.
Ugandas Gesundheitsministerium bestätigte laut Reuters zudem den Tod eines 59-jährigen Kongolesen in der Hauptstadt Kampala an dem Bundibugyo-Stamm. Der Fall sei aus dem Kongo gekommen worden, ein lokaler Fall sei bislang nicht bestätigt, teilte das Ministerium dem Bericht zufolge mit.
Behandlung erschwert
Der Virologe Jean-Jacques Muyembe, Mitentdecker des Ebola-Virus und Leiter des National Institute for Biomedical Research in Kinshasa, sagte gegenüber Reuters, bis auf einen seien alle 16 vorherigen Ausbrüche im Kongo durch den sogenannten Zaire-Stamm verursacht worden. Die Identifizierung einer anderen Variante erschwere die Reaktion, da bestehende Behandlungen und Impfstoffe gegen den Zaire-Stamm entwickelt worden seien.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte laut Reuters am 5. Mai nach Berichten von Verdachtsfällen ein Team entsandt, erste vor Ort entnommene Proben seien jedoch negativ ausgefallen. Ein Labor in Kinshasa habe am Donnerstag aber positive Fälle bestätigt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus dem Bericht zufolge. Die durchschnittliche Sterblichkeitsrate von Ebola liegt laut WHO bei rund 50 Prozent.
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