Neuer Präsident der Wirtschaftselite-Uni will mehr Professoren einstellen

"Die besten Köpfe sollen nach Berlin"

Ruprecht Hammerschmidt
3 Min

BERLIN. Der neue Präsident der European School of Management and Technology (ESMT), Lars-Hendrik Röller, will die Fakultät der Berliner Elite-Hochschule möglichst rasch ausbauen. "Es ist wichtig in kurzer Zeit die kritische Masse zu erreichen, mit deren Hilfe sich das Wachstum der Institution selbst stabilisiert", sagte Röller mit Blick auf den starken Wettbewerb im Bereich der Business Schools. "Die besten Köpfe sollen nach Berlin kommen", betonte der 48-Jährige. Bereits in den kommenden zwei Jahren will Röller die Zahl der Professoren verdoppeln. Langfristiges Ziel sei es, die Vollzeitstellen von derzeit zwölf auf 60 aufzustocken.Kritiker hatten jedoch zuvor moniert, dass es weltweit lediglich knapp 200 Professoren gebe, die für eine derartige Aufgabe in Frage kommen. Dennoch ist Röller zuversichtlich, genügend Kollegen für einen Wechsel an die Spree begeistern zu können. Denn es komme den meisten nicht nur auf die Bezahlung an, sondern auf das Forschungsumfeld, das ihnen geboten wird. Röller setzt auf eine Profilierung in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und Management of Technology. Dort sollen Kompetenz-Zentren geschaffen werden. "Wir können nicht auf jedem Forschungsgebiet exzellent sein", stellte der designierte ESMT-Präsident fest. "Deshalb ist es wichtig, Schwerpunkte zu setzen." Mit einigen Professoren führe er bereits Vorgespräche über einen Wechsel, sagte er. Parallel gebe es Bemühungen, die weitere Finanzierung zu klären. Derzeit bestreitet die private Hochschule ihren Etat aus Gebühren für das einjährige MBA-Studium in Höhe von jeweils 50 000 Euro, Gebühren für Management-Kurse und Zinsen aus dem Stiftungsvermögen, das 80 Millionen Euro beträgt. 2005 erwirtschaftete die Uni sechs Millionen Euro Umsatz.Die ESMT wurde 2002 auf Initiative der deutschen Wirtschaft gegründet, um hier zu Lande eine Ausbildungsstätte für den Nachwuchs im Top-Management zu erhalten. Seit Januar 2006 belegen 29 Studierende die MBA-Ausbildung. Darüber hinaus hat die Schule seit 2003 bereits 4 200 Führungskräfte weiterqualifiziert. Vorsitzender des Vorstandes der zur Finanzierung gegründeten ESMT-Stiftung ist der Siemens-Chef Klaus Kleinfeld. Weitere Mitglieder sind der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Josef Ackermann, Eon-Chef Wulf Bernotat, Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann und der Chef von DaimlerChrysler, Dieter Zetsche.Amtsantritt am 1. SeptemberDie Elite-Uni hat ihren Hauptsitz im ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude in Berlin. Im Februar war dieser von Kanzlerin Angela Merkel offiziell eröffnet worden. Berlin hat das Gebäude mietfrei zur Verfügung gestellt. Im Vorfeld gab es aber Unstimmigkeiten darüber, wer die Kosten für Umbauarbeiten des denkmalgeschützten Hauses übernimmt. Berlin hatte eine Beteiligung abgelehnt, so dass die ESMT die Arbeiten allein zahlen musste.Röller tritt sein Amt am 1. September an. Er löst den Gründungspräsidenten Derek F. Abell ab. Zu den Forschungsschwerpunkten des Volkswirtes Röller gehören Industrieökonomik, Wettbewerbspolitik und Industrie- und Beihilfepolitik.------------------------------Foto: Lars-Hendrik Röller------------------------------Foto: Die Elite-Uni ESMT hat ihren Sitz im ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude.

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