Es zeichnen sich mögliche Fortschritte bei der nächsten Stufe des Friedensplans für Gaza ab. Die Vereinigten Staaten verlangen demnach weiterhin von der Hamas die Übergabe aller Waffen, die Israel angreifen können, Kleinwaffen dürfte die militante Gruppe jedoch zumindest vorübergehend behalten. Das geht aus einem neuen US-Entwurf hervor, über den die New York Times am Dienstag unter Berufung auf Regierungsvertreter und mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete.
Ein von den USA geführtes Team will das Dokument demnach innerhalb der kommenden Wochen der Hamas vorlegen. Dem Team gehören Jared Kushner, Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, der US-Sondergesandte Steve Witkoff sowie der frühere UN-Beamte Nickolay Mladenov an. Die Quellen sprachen anonym wegen der Sensibilität der Verhandlungen und wiesen darauf hin, dass sich Details noch ändern könnten.
Sollte der Plan der Hamas präsentiert werden, wäre dies ein wichtiger Schritt zur Entwaffnung der Gruppe – ein zentrales Element von Trumps 20-Punkte-Plan für Gaza, der die Grundlage für das Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas nach zwei Jahren Krieg bildete.
„Die USA arbeiten eng mit allen Parteien und Vermittlern zusammen, um die vollständige Umsetzung des Plans sicherzustellen“, erklärte ein Sprecher des Weißen Hauses, Dylan Johnson, gegenüber der New York Times. Weder ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch ein Hamas-Vertreter reagierten auf Anfragen.
Israel beharrt auf vollständiger Entwaffnung
Israel hat eine vollständige Demilitarisierung des Gazastreifens zur Bedingung gemacht und angekündigt, der Hamas die Fähigkeit zu nehmen, einen weiteren Angriff wie jenen vom 7. Oktober 2023 durchzuführen, bei dem 1200 Menschen getötet wurden.
„Demilitarisierung ist der Dreh- und Angelpunkt von allem“, sagte Shira Efron, Leiterin der Israel-Abteilung bei der Rand Corporation. Ohne sie könnte es „zwei Gazastreifen geben – einen unter israelischer Kontrolle, einen unter Hamas-Kontrolle – oder eine Rückkehr zum Krieg“.
Hamas soll noch 60.000 Sturmgewehre haben
Die Hamas hat sich öffentlich nicht dazu geäußert, ob sie ihre Waffen abgeben würde. Der bewaffnete Kampf gegen Israel ist ein zentraler Bestandteil der Ideologie der Gruppe. Am Sonntag deutete der Hamas-Funktionär Khaled Meschal bei einer Veranstaltung in Doha an, dass die Hamas ihre Waffen behalten wolle, sie aber vorerst nicht einsetzen werde. Es sei unwahrscheinlich, dass Menschen in Gaza „in den nächsten 10 bis 15 Jahren“ zu den Waffen greifen würden, sagte er dem Bericht zufolge.
Laut Netanjahu verfügt die Hamas noch über 60.000 Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow. Israelische Vertreter erklärten zudem, mehr als die Hälfte der unterirdischen Tunnel in Gaza sei noch intakt.
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