Die Bürgerinitiative (BI) in Ahrensfelde, die sich für den Bau einer Ortsumgehung einsetzt, will mit einem neuen Vorschlag den seit Jahren andauernden Streit um den möglichen Trassenverlauf beenden. Nach Ansicht der Bürgerinitiative könnte ganz auf die geplante vierspurige Ortsumfahrt verzichtet werden, wenn stattdessen eine nur zweispurige Entlastungsstraße gebaut wird. Der Vorschlag, dem sich auch die Gemeinde angeschlossen hat, wird vom Brandenburgischen Straßenbauamt allerdings als wenig hilfreich angesehen. Durch seine Lage an der Bundesstraße B 158 ist Ahrensfelde fast täglich einem Dauerstau ausgesetzt. Anlass für den überraschenden Vorschlag ist die ins Stocken geratene Diskussion um die Trassenführung. Die Beratungen würden nur "als Ventil genutzt, um uns ruhig zu stellen", sagte BI-Sprecherin Oda Formazin. Beim Bau einer Entlastungsstraße könnten bereits vorhandene Straßen auf Berliner Territorium genutzt werden, nur zwei Kilometer müssten neu angelegt werden. Nach Berechnungen der BI würde dies eine Kostenersparnis von 75 Prozent bedeuten. Formazin rechnet damit, dass 50 Prozent des Verkehrs dann über die neue Trasse gehen wird. Die andere Hälfte werde sich allerdings weiter durch Ahrensfelde quälen müssen. Unterstützung erhält die BI durch Ahrensfeldes Bürgermeister Peter Hackbarth (parteilos). "Ich will eine Ortsumgehung, aber nicht um jeden Preis." Er fürchtet, dass eine neue Trassenführung der B 158 den Ort zerschneiden könnte. "Die Gemeinde hat sich klar festgelegt, dass eine solche Variante nicht akzeptiert wird", sagte Hackbarth. "Eine Entlastungsstraße hilft uns nicht weiter", sagte dagegen Gerhard Blankenburg, Leiter des Brandenburgischen Straßenbauamtes. Nach offiziellen Angaben fahren schon jetzt täglich bis zu 25 000 Fahrzeuge durch den Ort, in zehn Jahren sollen es über 37 000 sein. Wenn dann nur jedes zweite Auto über die Entlastungsstraße geführt werde könne, reiche das nicht aus, sagte Blankenburg. "Die Belastungen für die Anlieger an der B 158 in Ahrensfelde sind nicht mehr zumutbar." Die Ahrensfelder Bürgerinitiative hat sich jetzt mit einem Brief an Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) mit der Bitte um Vermittlung gewandt. Mit 2 500 Unterstützer-Unterschriften fühlt sich die Bürgerinitiative für eine solche Initiative hinreichend legitimiert.
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