Wolf

Neues Wolfsterritorium an der Grenze zu Thüringen ausgewiesen

Eine aus Thüringen stammende Wölfin ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sesshaft geworden. Hessen zählt nun vier Wolfsterritorien – eines reicht über die Grenze.

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An der Grenze zwischen Hessen und Thüringen ist eine Wölfin sesshaft geworden. (Symbolbild)

An der Grenze zwischen Hessen und Thüringen ist eine Wölfin sesshaft geworden. (Symbolbild)

© Michaela Walch/imago

An der Landesgrenze zwischen Hessen und Thüringen ist ein weiteres Wolfsterritorium offiziell bestätigt.

Nach Angaben des Wolfszentrums Hessen (WZH) in Kassel gilt die Fähe mit der genetischen Kennung „GW4868f“ nun als sesshaft. Das grenzübergreifende Gebiet erhält den Namen „Heringen (Werra)“ (HEW) und wird rückwirkend für das Monitoringjahr 2025/26 sowie für das laufende Jahr 2026/27 geführt.

Die 2024 in Thüringen geborene Wölfin wurde laut WZH erstmals am 17. September 2025 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg genetisch nachgewiesen. Weitere Nachweise folgten im selben Gebiet an gerissenen Wildtieren sowie an einem Nutztierschaden. Nach den bundesweit einheitlichen Monitoringstandards wird ein neues Territorium ausgewiesen, wenn ein Tier über mindestens sechs Monate mehrfach genetisch in einem für die Art typischen Streifgebiet belegt werden kann.

Im April 2026 war das Tier zweimal in Thüringen deutlich außerhalb seines bisherigen Schwerpunktgebiets registriert worden. Da danach vorerst keine weiteren Nachweise erfolgten, blieb zunächst unklar, ob es sich um eine dauerhafte Verlagerung oder nur um kurzzeitige Ausflüge handelte. Ein erneuter Nachweis vom 14. September 2026 nahe der Landesgrenze belegt nach Einschätzung des Zentrums die Rückkehr in das ursprüngliche Streifgebiet. Die Beobachtungen vom April werden daher als vorübergehende Exkursionen eingestuft.

Vier Territorien in Hessen, rund 30 standorttreue Wölfe in Thüringen

Mit dem neuen Gebiet sind in Hessen nach Angaben des WZH nun vier aktive Wolfsterritorien bestätigt. Offiziell gelten mindestens sechs erwachsene Tiere als dauerhaft sesshaft. Weil Jungtiere und Welpen statistisch erst ab einem Alter von 22 Monaten als eigenständig sesshaft gezählt werden, liegt die tatsächliche Gesamtzahl inklusive Nachwuchs höher.

In Thüringen sind nach Angaben des dortigen Umweltministeriums und des Naturschutzbundes (NABU) derzeit etwa 30 standorttreue Wölfe nachgewiesen. Sie verteilen sich auf sieben feste Territorien, bestehend aus fünf Rudeln und zwei Paaren. Zu den etablierten Rudeln zählen die Reviere Ohrdruf, Neustadt am Rennsteig, der Nationalpark Hainich sowie das Gebiet Trusetal-Seligenthal. Zuletzt kam die Region Altenburg hinzu, nachdem dort ansässige Tiere erfolgreich Nachwuchs aufzogen. Hinzu kommen zwei feste Paare im Südharzer Ilfeld und am Kalmberg. Die Verbände der Jäger und Schafzüchter gehen allerdings von einer höheren Dunkelziffer aus.

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Das Wolfszentrum Hessen weist ausdrücklich darauf hin, dass aus fachlicher Sicht kein Grund bestehe, „aufgrund der Anwesenheit von Wölfen in einem Gebiet auf Erholung im Wald zu verzichten“. Die Lage im Landkreis Hersfeld-Rotenburg werde weiter beobachtet. Die Bevölkerung wird gebeten, Sichtungen, Fotos oder sonstige Hinweise über das Meldeportal des Zentrums zu übermitteln.

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