Kiez-Serie

Neukölln ist vor der Wahl zerrissen: Zwischen Wut, Müll und stiller Wehmut

Brennpunkt-Klischee trifft auf beschauliche Siedlung: Neukölln ist mindestens zwei Bezirke in einem. Wir haben in beiden mit Menschen darüber gesprochen, was sie vor der Wahl bewegt.

Matthias Zachel
8 Min
Menschen in der Karl-Marx-Straße in Neukölln am 24. August 2026.

Menschen in der Karl-Marx-Straße in Neukölln am 24. August 2026.

© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

Dicht gedrängte, kleine Geschäfte, dicht gedrängte Menschen. Kinderwagen zwischen Autolärm auf der Karl-Marx-Straße in Neukölln an einem Montagnachmittag. Einwohner und einzelne Obdachlose stehen vor Spätis, Friseurläden, Imbissen und Juwelieren. An Hauswänden und Stromkästen sieht man Plakate und Graffitis.

„Es hat schon Charme“, sagt Denise S., „nur das Optische ist das Problem“, sagt sie mit Blick auf den Müll. „Shabby“ ist das Wort, das sie schließlich am liebevollsten und passendsten findet für ihren Bezirk. Für Neukölln, das mit vielen Vorurteilen kämpft, und womöglich noch mehr mit inneren Konflikten. Auf unserer Tour durch den Kiez spricht uns ein Tourist aus Bayern an und fragt: „Entschuldigen Sie, stimmt es, dass das hier der Brennpunkt von Berlin ist?“

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*