Bei russischen Luftangriffen auf Kiew und die umliegende Region sind am Dienstag nach Angaben ukrainischer Behörden zwölf Menschen getötet und mehrere weitere verletzt worden. Die Angriffe auf die Region dauerten damit den sechsten Tag in Folge an, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
Nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes starben in Kiew acht Menschen. Mindestens fünf weitere Menschen wurden verletzt. An mehreren Orten in der Hauptstadt brachen demnach Brände aus. Im nahe gelegenen Boryspil wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region, Tymur Tkatschenko, vier Menschen getötet und 13 weitere verletzt.
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Neue Drohnenmodelle setzen Ukraine unter Druck
Die Angriffe setzen die ukrainische Luftverteidigung zunehmend unter Druck. Russland setzt neben Raketen verstärkt auf neuere, strahlgetriebene Drohnen. Die Modelle Geran-4 und Geran-5 seien aufgrund ihrer höheren Geschwindigkeit und der großen Zahl schwieriger abzufangen als die ursprünglichen Shahed-Drohnen, berichtet CNN.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurden allein zwischen Donnerstag und Sonntag knapp 1500 Drohnen verschiedener Typen auf die Ukraine abgefeuert; mehr als die Hälfte davon seien strahlgetriebene Drohnen gewesen, berichtete CNN. Bisher würden Kampfflugzeuge zur Abwehr der Drohnen eingesetzt. Die ukrainische Luftwaffe sei jedoch bereits jetzt stark beansprucht.
Die Ukraine arbeitet deshalb an neuen Abwehrsystemen. Vier Unternehmen hätten entsprechende Abfangdrohnen entwickelt, sagte Selenskyj laut CNN. Alle vier Modelle würden bereits getestet. Verteidigungsminister Jewgeni Chmara erklärte dem Bericht zufolge, Ziel sei es, die Systeme möglichst schnell weiterzuentwickeln und die Produktion auf Tausende Exemplare hochzufahren.
Modi fordert Ende des Ukraine-Kriegs
Unterdessen gehen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges weiter. Selenskyj sprach nach eigenen Angaben am Montag mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Bei dem Gespräch sei es auch um einen möglichen Besuch der beiden in der Ukraine gegangen. Die Termine dafür würden derzeit abgestimmt, teilte Selenskyj mit. Er bezeichnete das Telefonat als „detailliert und konstruktiv“, wie Reuters berichtet.
Auch Indien drängt auf eine Beendigung der Kämpfe. Ministerpräsident Narendra Modi sagte bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, es sei entscheidend, dass der Krieg in der Ukraine beendet werde. Putin erklärte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass, Russland unternehme Anstrengungen zur Beendigung des Konflikts. „Wir bewegen uns auf diesem Weg“, sagte er demnach.
Auch in Russland wurden am Dienstag Angriffe gemeldet. In der Hafenregion Ust-Luga im Nordwesten des Landes brach nach einem Drohnenangriff ein Feuer aus, wie ein örtlicher Behördenvertreter laut Reuters mitteilte. In der Region Samara wurden nach Angaben des zuständigen Gouverneurs zivile Einrichtungen beschädigt. Sowohl Russland als auch die Ukraine bestreiten dem Bericht zufolge, gezielt Zivilisten anzugreifen. Die Angaben zu den Schäden konnten von Reuters nicht unabhängig überprüft werden.
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