Pumas im Südosten Nevadas erbeuten in der warmen Jahreszeit rund zweieinhalbmal so viele verwilderte Pferde wie Maultierhirsche. Das geht aus einer Studie hervor, die am Donnerstag in der Fachzeitschrift Frontiers in Conservation Science erschienen ist.
Ein Team um den Wildbiologen Peter C. Iacono wertete darin die Ortungsdaten von sechs mit Halsbandsendern ausgestatteten Pumas aus und suchte deren Beuteplätze in den Jahren 2021 und 2022 ab. Das Untersuchungsgebiet in der Nähe des Bundesstaats Utah umfasste rund 3158 Quadratkilometer.
Maultierhirsche sind eine in Nordamerika heimische Hirschart mit auffällig großen Ohren. Verwilderte Pferde gehen auf von europäischen Siedlern eingeführte Tiere zurück und leben heute in großer Zahl in Teilen des amerikanischen Westens.
Umgekehrtes Bild im Winter
Im Sommerhalbjahr rissen die Pumas laut Studie im Wochendurchschnitt 0,55 Pferde und 0,22 Hirsche. Im Winter verschob sich das Verhältnis: Auf 1,43 erlegte Hirsche kamen dann nur 0,33 Pferde. Damit erbeuteten die Raubkatzen in der kalten Jahreszeit rund viermal mehr Hirsche als Pferde. Die Verfügbarkeit und relative Häufigkeit der Beutetiere schätzten die Forscher mit 49 Wildkameras.
Deutlich fiel die Auswahl nach Alter aus: Von 69 gerissenen Pferden waren 52 Fohlen. Bei den Maultierhirschen zogen die Pumas dagegen ausgewachsene Tiere den Kitzen vor. Die Autoren führen das darauf zurück, dass Pumas bevorzugt Beute einer bestimmten Größe schlagen – bei den kleineren Hirschen die erwachsenen Tiere, bei den größeren Pferden dagegen die Jungtiere.
Als wichtigste Faktoren für die Beutewahl nennt die Studie die Bestandsdichte der Maultierhirsche sowie das Alter der Beutetiere. Die Forscher vermuten, dass Pumas in Gegenden mit vielen Hirschen verstärkt auf Fohlen zurückgreifen. Die jungen Wildpferde dienen den Pumas als zusätzliche Nahrung. Dadurch könnten weniger Hirsche gerissen werden, und in der Region könnten mehr Pumas leben.
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