Das neueste Buch der New-Adult-Bestsellerautorin Kathinka Engel dreht sich nicht nur um die Liebe, wie man es bei dem Genre erwartet. „Pages unwritten“ erzählt auch von der Schreibkrise eines erfolgreichen Schriftstellers. Am Dienstag wird Kathinka Engel in der Humboldt-Bibliothek daraus lesen. Die Bibliotheksmitarbeiterin Antonia Skroch hat sie eingeladen, an sie geht die Frage: Erwarten Sie ein anderes Publikum als sonst?
Antonia Skroch: Bei dieser Lesung erwarten wir schon ein anderes Publikum. Wir haben immer viele Leute über 50 und Senioren bei uns in der Bibliothek, die sich Bücher ausleihen und hier Zeit verbringen. Die wollen wir keinesfalls verschrecken. Aber wir möchten gern auch die jungen Leute erreichen, die zwar viel ins Haus kommen – allerdings meistens zum Lernen, kaum zu den Veranstaltungen. Das finde ich schade, weil ich selber so gern lese. Als ich hier in der Bibliothek in der Ausbildung war, habe ich meinen Kollegen immer von dem Genre New Adult vorgeschwärmt, die kannten sich noch kaum damit aus. Meine Kollegin Petra Lölsberg, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hat mich ermuntert, eine Autorin zu einer Lesung einzuladen. Ehrlich gesagt, habe ich anfangs kaum geglaubt, dass das dann auch klappt.
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Als ich dann den Piper-Verlag, wo die Bücher von Kathinka Engel erscheinen, anschrieb, bekam ich schnell eine positive Antwort. Wir haben uns auf den Dezember geeinigt – und deshalb schlug die Autorin gleich vor, dass wir die Lesung ein bisschen weihnachtlich gestalten könnten. Es gibt also Punsch und Plätzchen. Ich werde das Gespräch mit ihr moderieren. „Pages unwritten“ ist vor zwei Wochen erst erschienen.
Kathinka Engel ist mir auf BookTok aufgefallen, weil sie andere Themen anspricht als andere. Sie hat zum Beispiel weibliche Hauptpersonen, die einen gravierenden Fehler in der Vergangenheit gemacht haben und damit umgehen müssen. Ihre Figuren sind nicht perfekt, manche verstecken sich in ihren Klamotten, haben keinen straffen Bauch oder keine gerade Nase. Das finde ich als junge Frau sehr inspirierend. Vielleicht kann ihre Lesung auch der Auftakt sein für mehr solche Veranstaltungen, denn meine Kolleginnen und ich wünschen uns schon lange, dass die jungen Leute nicht nur zum Lernen, sondern auch wegen unserer Bücher in die Bibliothek kommen.
Lesung 17.12., 19.30 Uhr, Humboldt-Bibliothek, Karolinenstr. 19, 13507 Berlin. Eintritt frei, Online-Anmeldung erbeten
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