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New York Times im DDR-Museum in Pirna: „Es war nicht alles schlecht“

Die New York Times hat in der prestigereichen Sonntagsausgabe einen Text über das DDR-Museum in Pirna und über Oldtimer-Fans veröffentlicht.

Tomasz Kurianowicz BLZ/kuri
4 Min
Mauerfall 1989 - Skoda, Wartburg und Trabant am Grenzkontrollpunkt Helmstedt - Marienborn.

Mauerfall 1989 - Skoda, Wartburg und Trabant am Grenzkontrollpunkt Helmstedt - Marienborn.

© imago

Die renommierte amerikanische Tageszeitung New York Times hat am Sonntag erneut eine große Reportage über Ostdeutschland veröffentlicht. Der Text mit dem Titel „‚Nicht alles war schlecht‘: Ein Gruß an den Mercedes Osteuropas und die kommunistische Vergangenheit“ wurde in der prestigereichen Sonntagsausgabe der New York Times veröffentlicht und fokussiert vor allem Fans von ostdeutschen Oldtimern der Marken Trabant oder Wartburg, die sich am 1. Mai im DDR-Museum in Pirna zu einem Oldtimer-Festival getroffen haben. Der Untertitel des Textes online lautet: „Ein Festival mit Oldtimern aus der kommunistischen Ära weckt in Ostdeutschland Nostalgie für die Zeit vor der Wiedervereinigung, obwohl die Missstände hinter dem Eisernen Vorhang nicht vergessen wurden.“

In dem Text heißt es weiter: „Die nach dem Krieg in staatlichen Fabriken gebauten Autos sind kleiner, weniger leistungsstark und weniger auffällig als die meisten westlichen Autos aus derselben Zeit. Für die Besucher in Pirna, die oft passend zu den Fahrzeugen (...) zeitgenössische Kleidung tragen, verkörpern die polierten Autos ein Stück Lokalpatriotismus.“

Die Unzufriedenheit mit dem aktuellen System wächst

Der Text porträtiert Menschen, die durch die Autopflege nostalgisch dem Zeitgeist der DDR huldigen, obwohl sie teilweise zu jung sind, um die DDR wirklich erfahren zu haben. Und trotzdem können sie sich laut Text mit dem Heimatgefühl identifizieren, das viele Ostdeutsche mit Rekurs auf die DDR-Geschichte eint. Im Text wird etwa der Sachse Tom Großmann porträtiert, der sich einen grünen Trabant zugelegt hat. Großmann wurde 1989 geboren. „Jahrelang hatte er die alten, im Osten gebauten Autos abgelehnt“, heißt es im Text, „aber im mittleren Alter änderte sich seine Meinung. Zum Teil wurde er von der Gemeinschaft angezogen, die sich unter den Besitzern dieser Autos entwickelt hatte.“

Der Text schildert Fans der Oldtimer-Szene, junge Sympathisanten, die sich zum Fest historische Uniformen, zum Beispiel DDR-Polizeiuniformen, angezogen haben. Die repressive Vergangenheit der DDR wird nicht unterschlagen. Im Text heißt es: Viele würden sagen, „dass diese Ära (die DDR, Anm. d. Red.) voller Probleme war – es gab Rede- und Reisebeschränkungen – und dass die Bürger unter dem Joch eines der restriktivsten staatlichen Sicherheitssysteme hinter dem Eisernen Vorhang lebten. Doch je mehr diese Zeit in die Vergangenheit rückt, desto attraktiver werden für viele die Erinnerungen an das kommunistische Land, zumal die Unzufriedenheit mit dem derzeitigen System wächst.“

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Die New York Times fasziniert sich für Ostdeutschland

Der Direktor des DDR-Museums aus Pirna kommt zu Wort. Conny Kaden erklärt, dass viele Menschen unter den Nachteilen der Wiedervereinigung bis heute zu leiden hätten. In der New York Times wird auf den Museumsdirektor mit folgenden Sätzen verwiesen: „Der sozialistische Staat habe nicht nur Arbeitsplätze in staatlichen Unternehmen geboten, sondern auch den Gemeinschaftssinn durch obligatorische Treffen in Jugend-, Arbeiter- und Gemeindeclubs gefördert.“ Conny Kaden sagt: „Wir haben etwas verloren, wir haben den Zusammenhalt verloren.“

Die New York Times fällt in letzter Zeit durch ein besonderes Interesse für Ostdeutschland auf. Vor kurzem wurde etwa die Faszination für den Spargel in Ostdeutschland thematisiert. Außerdem hat die New York Times eine große Reportage über das VW-Werk in Zwickau veröffentlicht. Bevor die ostdeutsche Schriftstellerin Jenny Erpenbeck den Booker Prize für ihren Roman „Kairos“ bekommen hat, wurde ein sehr wohlwollendes Porträt über sie veröffentlicht

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