Langstreckendrohnen des ukrainischen Sicherheitsdienstes (SBU) haben in der Nacht zum Mittwoch zwei wichtige Werke der russischen Rüstungsindustrie angegriffen. Die dadurch verursachten Brände sorgten für massive Flugausfälle in der Region Moskau, berichten The Kyiv Independent und Ukrajinska Prawda.
Die ukrainischen Drohnen hätten demnach das russische Bazalt-Werk in Krasnoarmeysk in der Oblast Moskau angegriffen, was den Berichten zufolge Russlands wichtigster Hersteller von Munition und Waffen sei. Anwohner berichteten von mindestens sieben Explosionen, gefolgt von einem Großbrand auf dem Gelände. Der Gouverneur der betroffenen Region Wladimir, Alexander Awdejew, spielte die Schäden herunter. Er schrieb bei Telegram, dass es sich lediglich um den Brand einer Lagerhalle handelte. Ausgelöst worden sei das inzwischen gelöschte Feuer durch herabstürzende Drohnen.
Fast zeitgleich zu dem mutmaßlichen Angriff auf das Bazalt-Werk habe ein weiterer Angriff auf das Splav-Werk in Tula stattgefunden, einer Stadt etwa 180 Kilometer südlich von Moskau. Splav ist Berichten zufolge die einzige Anlage in Russland, die Mehrfachraketenwerfer und zugehörige Munition entwickelt und produziert. Aufnahmen vom Tatort zeigen dichten Rauch und Flammen, die einen Teil der Anlage verhüllen.
Die Angriffe lösten nach Angaben des SBU eine erhöhte Alarmbereitschaft der russischen Armee in der gesamten Region Moskau aus. Die Behörden mussten den zivilen Flugverkehr einstellen, weil ein Sicherheitsprotokoll es vorsieht, hieß es weiter. Flughäfen in Moskau und dem umliegenden Oblast wurden vorübergehend geschlossen. Hunderte von Flügen mussten gestrichen oder umgeleitet werden, wovon Tausende von Passagieren betroffen gewesen seien.
Nach Informationen des Kyiv Independent gab es im Laufe des Tages noch weitere Drohnenangriffe auf russische Werke. Offiziell bestätigt ist das aber bisher nicht.
Kreml verspricht Sicherheit für Feier am „Tag des Sieges“
Russland sieht sich seit einigen Tagen im Vorfeld der Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs einer Welle von ukrainischen Drohnenattacken ausgesetzt. Nach Angaben des Kreml werde am „Tag des Sieges“ am 9. Mai trotzdem einen reibungslosen Ablauf der Zeremonien in Moskau geben. Für die Sicherheit der Militärparade am Freitag auf dem Roten Platz und der teilnehmenden ausländischen Staatenlenker werde gesorgt, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch. Wegen der Drohnenangriffe mussten nach Angaben des russischen Tourismusverbands Ator seit Dienstag mindestens 350 Flüge gestrichen werden.
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