Interview

Gebrochene Versprechen: Warum Paula Fürstenberg nicht mehr „Wiedervereinigung“ sagt

Als Nachwendekind glaubte sie an das Versprechen der Einheit. Heute sitzt die AfD im Parlament und in Europa ist Krieg: Paula Fürstenberg über ihre „politische Depression“.

13 Min
Die Schriftstellerin Paula Fürstenberg ist geboren in Potsdam und lebt in Berlin.

Die Schriftstellerin Paula Fürstenberg ist geboren in Potsdam und lebt in Berlin.

© Jordis Antonia Schlösser/Ostkreuz

Am 3. Oktober sind 36 Jahre seit dem Rechtsakt vergangen, der offiziell „Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes“ heißt und gemeinhin „Wiedervereinigung“ genannt wird – ein gedankenloser Begriff, findet die Schriftstellerin Paula Fürstenberg. Die 1987 in Potsdam Geborene gehört zu den „Nachwendekindern“, die die DDR kaum noch bewusst erlebt haben, aber mit deren Nachwirkungen aufgewachsen sind. Als eine der prägnantesten Stimmen dieser Generation meldet sie sich nun rechtzeitig zum Jahrestag der Deutschen Einheit mit ihrem dritten Buch zu Wort, dem Essayband „Niewiedervereinigung“. Eine gute Diskussionsgrundlage, die die in deutsch-deutscher Routine erstarrten Rituale mit Zweifeln und Gedanken aufbrechen könnte.

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