Bei gemeinsamen Einsätzen mit dem US-Afrikakommando Africom haben die nigerianischen Streitkräfte in den vergangenen Tagen 175 Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat im Nordosten des Landes getötet. Das teilte der Sprecher des nigerianischen Verteidigungsministeriums, Generalmajor Samaila Uba, am Dienstag in Abuja mit, wie die nigerianische Nachrichtenagentur NAN berichtete. Africom ist das für Afrika zuständige Regionalkommando des US-Militärs.
Mehrere Anführer getötet
Die Angriffe zerstörten laut Uba auch Kontrollpunkte, Waffenlager, Ausrüstung und Finanznetzwerke der Gruppe. Unter den Getöteten seien mehrere ranghohe Befehlshaber, darunter Abu-Bilal al-Minuki. Das nigerianische Militär bezeichnet ihn als einen der wichtigsten globalen Akteure des IS. Er sei für externe Operationen, Finanzierung, Rekrutierung, Logistik und die Planung von Anschlägen auf Zivilisten zuständig gewesen.
Getötet worden sei laut NAN auch Abd-al Wahhab, ein Anführer des IS-Ablegers ISWAP, der für Angriffe, Finanzen und Propaganda verantwortlich gewesen sei. Zwei weitere Mitglieder kamen ebenfalls ums Leben. Africom bestätigte die Angriffe laut der Nachrichtenagentur AP und teilte mit, weder US- noch nigerianische Soldaten seien zu Schaden gekommen.
Ausweitung der US-Beteiligung
Die Tötung al-Minukis hatten US-Präsident Donald Trump und Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu bereits am vergangenen Wochenende bekannt gegeben. Trump schrieb auf der Plattform Truth Social, amerikanische und nigerianische Streitkräfte hätten den Einsatz auf seine Anordnung hin ausgeführt. Tinubu sprach laut Reuters von einer engen Zusammenarbeit mit dem US-Militär und einem schweren Schlag gegen den IS. Der Angriff sei in Metele im Bundesstaat Borno erfolgt, teilte die nigerianische Armee mit.
Am vergangenen Sonntag flog Africom nach Angaben von Al-Dschasira weitere Luftangriffe gegen IS-Kämpfer im Nordosten Nigerias. Bereits im Dezember hatten US-Streitkräfte Ziele im Nordwesten des Landes angegriffen. Seither hat Washington laut Reuters Drohnen und rund 200 Soldaten nach Nigeria entsandt, um die nigerianische Armee auszubilden und mit Aufklärungsdaten zu versorgen. Nigerianische Militärvertreter hatten Anfang des Jahres betont, die US-Soldaten seien nicht an Kampfhandlungen beteiligt. Der aktuelle Einsatz deutet nach Einschätzung von AP auf eine aktivere Rolle der USA hin.
Im Nordosten Nigerias kämpfen die Streitkräfte seit 17 Jahren gegen die islamistische Boko Haram und deren Ableger ISWAP. Dabei wurden nach Angaben von Reuters Tausende Menschen getötet und zwei Millionen vertrieben. Die nigerianische Regierung weist Vorwürfe Trumps zurück, Christen würden im Land gezielt verfolgt. Die Sicherheitskräfte gingen gegen bewaffnete Gruppen vor, die Christen wie Muslime angriffen.
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