Was erfährt man bei einer Veranstaltung mit einer Literaturpreisträgerin, was man nicht schon aus ihren Büchern oder von den Lobeshymnen auf sie weiß? Bei dem Abend mit Han Kang, 2024 mit der bedeutendsten Auszeichnung überhaupt geehrt, den das Internationale Literaturfestival Berlin und die Berliner Philharmoniker im Kammermusiksaal organisiert haben, waren es vor allem Ansichten ihres Temperaments.
So sehr sich in den Büchern wie „Menschenwerk“ und „Unmöglicher Abschied“ Spuren verdrängter Verbrechen in Südkorea zeigen, so wenig präsentierte Han Kang sich am Montag als politische Autorin.
Das hat mit ihrer Haltung zu tun, das Dunkle mit dem Hellen zu verbinden, mit der Absicht, immer ein wenig Hoffnung zu geben. Deutlich wurde dies an der Geschichte von dem kleinen Garten aus ihrem gerade erschienenen Essayband „Der goldene Faden“. Sie las ein Stück auf Koreanisch, bevor die Schauspielerin Martina Gedeck eine Passage auf Deutsch vortrug.
Literaturfestival
Nobelpreisträgerin Han Kang in Berlin: Kamillentee für mehr als zehn Jahre
Das Publikum liebt diese Schriftstellerin, es möchte ihr gern etwas schenken. Im Kammermusiksaal gab sie intime Einblicke in ihr Leben.
4 Min
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Han Kang und Martina Gedeck beim Internationalen Literaturfestival Berlin 2026, Kammermusiksaal Philharmonie.
© Stephan Rabold/ILB
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