Vorbild Schweden

Nordisches Modell: CDU-Politiker fordern Prostitutionsverbot

Inzwischen haben bereits Norwegen, Island, Kanada, Israel und weitere Länder das sogenannte Nordische Modell eingeführt.

Team News Eva Maria Braungart dpa/eb
2 Min
Zimmer in einem Bordell (Symbolbild).

Zimmer in einem Bordell (Symbolbild).

© dpa/Sebastian Gollnow

Ermittlungsverfahren scheiterten, „weil die Opfer angesichts massiver Drohungen und Gewalt im Milieu nicht auszusagen wagen“. Deswegen brauche es das Nordische Modell wie in Schweden, das die Freier unter Strafe stellt, betonte Winkelmeier-Becker, die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium ist. „Es ist ein Paradigmenwechsel notwendig, der an der Nachfrageseite ansetzt: bei dem Freier, der zum Beispiel 50 Euro dafür zahlt, eine Frau ohne Rücksicht auf Widerwillen und Schmerzen zu penetrieren.“ Denn diese Nachfrage sei die Triebfeder von Menschenhandel, Täuschung und Ausbeutung, sagte Winkelmeier-Becker.

Auch die frühere schwedische Außenministerin Margot Wallström plädierte gegenüber der Rheinischen Post dafür, das sogenannte Nordische Modell in Deutschland und den Niederlanden einzuführen: „Das schwedische Modell hat sich als effektive Exit-Strategie erwiesen für jene, die von der Sexindustrie ausgebeutet werden, sowie als effektive Strategie gegen Menschenhandel.“ Inzwischen hätten auch Norwegen, Island, Nordirland, Irland, Kanada, Frankreich und Israel das Nordische Modell eingeführt.

CDU und FDP in Nordrhein-Westfalen lehnen dem Bericht zufolge ein Prostitutionsverbot ab und brachten einen entsprechenden Antrag in den Landtag ein. Die Expertenanhörung dazu findet am Donnerstag statt.

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