In der nordostchinesischen Provinz Liaoning sind nach Angaben der dortigen Hochwasserschutzbehörde wegen schwerer Überschwemmungen durch den Taifun „Bavi“ bis Dienstagmorgen (Ortszeit) mehr als 364.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. 14 Flüsse in der Region haben demnach die Hochwasserwarnstände überschritten.
Wegen der Unwetter kam es zu weitreichenden Betriebsstopps. 238 Bergwerke, 212 Chemiebetriebe und 511 weitere Produktionsstätten stellten ihre Arbeit ein, wie das Wasserwirtschaftsministerium der Provinz mitteilte. Rettungskräfte brachten Hunderte von den Wassermassen eingeschlossene Menschen in Sicherheit.
Verkehr und Schulen stark beeinträchtigt
Der öffentliche Nahverkehr in mehreren Städten im Nordosten, darunter die Provinzhauptstadt Shenyang und Jilin, ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters weitgehend unterbrochen. Sämtliche Schulen und Bildungseinrichtungen wurden angewiesen, den Unterricht auszusetzen.
In sozialen Netzwerken kursierten Videos aus Shenyang, in denen ein Leuchtturm eine Hochspannungsleitung abriss und anschließend durch das Hochwasser über eine Hauptstraße und unter einer Brücke hindurchtrieb.
Ungewöhnlich langlebiger Sturm
„Bavi“ gilt als der stärkste Sturm, der in diesem Jahr auf das chinesische Festland getroffen ist. Er hatte sich vor zwei Wochen über dem Pazifik gebildet und war am Samstagabend an der chinesischen Ostküste auf Land getroffen. Das Sturmfeld erreicht laut Reuters eine Ausdehnung von der Größe Frankreichs.
Trotz des Auftreffens auf Land blieb die Struktur des inzwischen als tropischer Sturm eingestuften Systems weitgehend erhalten. Damit sei „Bavi“ der bislang am längsten anhaltende tropische Wirbelsturm des Jahres im asiatisch-pazifischen Raum, berichtet Reuters unter Berufung auf chinesische Meteorologen. Weitere starke Regenfälle werden erwartet, wenn sich „Bavi“ auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel weiter verlangsamt.
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