Das Abitur-Debakel am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow beschäftigt Mecklenburg-Vorpommern weiter. Nach neuen Angaben des Bildungsministeriums bestanden 28 von 31 Schülerinnen und Schülern die schriftliche Abiturprüfung im Mathematik-Grundkurs nicht.
Nur drei Prüflinge erreichten ein ausreichendes Ergebnis. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion. Bereits im Juli hatte die ungewöhnlich hohe Durchfallquote an der Schule bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.
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Expertenteam soll Unterricht untersuchen
Neben dem Mathematik-Grundkurs gab es auch in anderen Prüfungen hohe Durchfallquoten. In Biologie bestanden 13 von 39 Schülern die schriftliche Prüfung nicht. Das Bildungsministerium hatte bereits Mitte Juli angekündigt, die Ergebnisse umfassend aufarbeiten zu lassen. Dafür soll ein Evaluationsteam mehrere Tage am Robert-Stock-Gymnasium verbringen.
Geplant sind nach Angaben des Ministeriums unter anderem Unterrichtsbeobachtungen sowie Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften und der Schulleitung. Untersucht werden sollen etwa die Unterrichtsführung, das Lernklima, die Struktur des Unterrichts und die individuelle Unterstützung der Schüler.
Darüber hinaus soll ausgewertet werden, wie die Abiturprüfungen vorbereitet und durchgeführt wurden. Das Ministerium hatte bereits im Juli erklärt, dass das Staatliche Schulamt Schwerin unmittelbar nach Bekanntwerden der hohen Durchfallquote mit einer Analyse begonnen habe. Dafür werde ein standardisiertes Prüfverfahren genutzt.
Schule sorgte bereits im Juli für Schlagzeilen
Bekannt geworden war der Fall nach einer Abschlussrede einer Abiturientin. Darin hatte sie öffentlich scharfe Kritik an der Schule und einzelnen Lehrkräften geäußert. Die Rede verbreitete sich anschließend überregional und löste eine Debatte über die ungewöhnlich hohe Zahl nicht bestandener Abiturprüfungen aus.
Nach damaligen Angaben der CDU-Fraktion bestanden 18 von 52 Schülerinnen und Schülern des Jahrgangs das Abitur nicht. Das entspricht rund 35 Prozent. Welche Faktoren tatsächlich zu den auffälligen Ergebnissen geführt haben, soll erst die weitere Untersuchung zeigen. Das Bildungsministerium hatte angekündigt, die Ursachen „umfassend und sorgfältig“ aufzuarbeiten.
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