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2000 Euro fürs Schnüffeln: Finnland sucht eine offizielle Nase – Bewerbung per Handyvideo

Finnland sucht eine offizielle Nase: 2000 Euro brutto für 5 bis 7 Tage auf den Turku-Schären 2027. Bewerbung per Video bis 25. Oktober – so geht's.

4 Min
Kiefernwald und Ostseeluft: An Ufern wie diesem soll die offizielle Nase im Mai oder Juni 2027 schnuppern. (Symbolbild)

Kiefernwald und Ostseeluft: An Ufern wie diesem soll die offizielle Nase im Mai oder Juni 2027 schnuppern. (Symbolbild)

© Imago/Jose Tabares

Es gibt Menschen, die im Supermarkt jede Mango beschnuppern, bevor sie eine in den Wagen legen. Für genau diese Leute gibt es jetzt einen Job: Finnland zahlt 2000 Euro für knapp eine Woche Schnüffeln.

Die Tourismusgesellschaft Visit Turku Archipelago sucht eine „offizielle Nase“ für die Schären vor Turku. Die Region hält sich für das am besten duftende Reiseziel der Welt. Bewerbungsschluss ist der 25. Oktober.

Das Wichtigste zum Nasen-Job in Finnland

  • Bezahlung: 2000 Euro brutto plus gesetzliche Urlaubsabgeltung
  • Einsatz: 5 bis 7 Tage im Mai oder Juni 2027
  • Bewerbung: kurzes Video auf Instagram oder TikTok plus Online-Formular
  • Frist: 25. Oktober 2026, Bekanntgabe am 17. November

2000 Euro brutto: Das steckt hinter dem Gehalt

Je nach Dauer sind das zwischen rund 285 und 400 Euro pro Tag. Verhandeln lohnt nicht, Bezahlung und Bedingungen sind laut Ausschreibung für alle gleich.

Freiwillige, wie es teils heißt, werden übrigens nicht gesucht. Wer genommen wird, bekommt einen befristeten Arbeitsvertrag. Reise und Unterkunft zahlt nach Angaben des italienischen Portals Open der Veranstalter.

Was die Nase auf den Turku-Inseln riechen soll

Meeresluft und Kiefernwald, Saunadampf und frisch gebackenes Schärenbrot: Die Nase soll so davon erzählen, dass andere hinfahren wollen. Fotos und Videos für die Social-Media-Kanäle gehören dazu.

Aus dem Abschlussbericht soll der erste Duftführer der Region werden. Schönfärberei ist dabei nicht erwünscht. Riecht es mal nicht nach Parfüm, funktioniere die Nase vermutlich, heißt es trocken in der Ausschreibung. Selbst Hirschkot gehöre zu den Inseln dazu.

Kein Parfümeur nötig

In der Parfümindustrie ist die „Nase“ ein Fachbegriff für ausgebildete Parfümeure. Die Finnen suchen ausdrücklich keinen Profi.

„Jeder, der glaubt, einen guten Geruchssinn zu haben, kann sich bewerben“, sagte Kristiina Kukkohovi, Chefin von Visit Turku Archipelago, dem Schweizer Portal Blue News.

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Wer sich bewerben kann

Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein und in Finnland arbeiten dürfen. Als EU-Bürger erfüllen Deutsche das automatisch.

Wer genommen wird, muss für den kompletten Einsatz Zeit haben. Für Fotos und Videos reicht laut Ausschreibung ein Smartphone.

So klappt die Bewerbung per Video

Gefragt ist ein kurzes Video auf Instagram oder TikTok: an irgendeinem Gegenstand schnuppern und den Geruch beschreiben. Laut Blue News soll die Schnüffeltechnik dabei gut zu sehen sein.

Im Video muss der Account @saaristo_finland markiert sein. Das offizielle Formular nennt den Hashtag #NoseJob, in Medienberichten taucht auch #SaaristoNoseJob auf. Wer sichergehen will, nutzt beide.

Das Profil muss öffentlich sein. Ins Online-Formular gehört der Link zum Video, ein Profil-Link wird nicht akzeptiert. Vorstellungsgespräche gibt es laut Open keine.

Matrix-Star als Headhunter

Im Werbefilm fahndet der französische Schauspieler Lambert Wilson, bekannt aus den „Matrix“-Filmen, nach der passenden Nase. Auch der Kampagnenname ist ein Gag: „Get a Nose Job“ steht im Englischen für eine Nasen-OP.

Riecht Finnland wirklich am besten?

Einen Beweis gibt es nicht, und die Tourismusgesellschaft gibt das offen zu. Geruch sei persönlich, eine objektive Rangliste existiere nicht.

Ein Argument hat sie trotzdem: Laut IQAir-Luftqualitätsbericht 2025 gehört Finnland zu den Ländern mit der saubersten Luft, in Europa liegt es auf Platz drei.

Der Schärengarten zählt rund 40.000 Inseln und ist seit 1994 Unesco-Biosphärenreservat. Für Massentourismus sei er nicht gemacht, schreibt ein Mitarbeiter der beteiligten Werbeagentur auf LinkedIn. Gesucht seien Gäste, die länger bleiben.

Finnlands schräge Tourismus-Kampagnen

Ideen dieser Art haben in Finnland Tradition. 2019 vermittelte das Land mit „Rent a Finn“ Besucher zu Einheimischen, die ihnen das Glücklichsein beibringen sollten.

Die Nase ist die bisher sympathischste Idee. Sie bezahlt etwas, das viele ohnehin ständig tun – nur eben ohne Vertrag.

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