Tausende Landesbeschäftigte aus dem öffentlichen Dienst wollen heute den ganzen Tag über die Arbeit niederlegen.Im Einzelnen ist bisher vorgesehen, dass Mitarbeiter der Ordnungsämter keine "Knöllchen" für Falschparken ausstellen. Bürgerämter in einzelnen Bezirken bleiben geschlossen. Die 284 Kindertagesstätten der städtischen Kita- Eigenbetriebe werden mit weniger Personal geöffnet oder ganz geschlossen. Es gibt allerdings Notdienste, über die die Eltern spätestens gestern informiert worden sind. Gewerkschaftsintern wird aber damit gerechnet, dass sich in den östlichen Bezirken nur wenige Kita-Beschäftigte den Protest-Aktionen anschließen. Grundsätzlich empfiehlt die Gewerkschaft Verdi allen Berlinern, heute keinen Behördengang einzuplanen.Die rund drei Dutzend Schwimmhallen öffnen wegen der Aktionen voraussichtlich Stunden später, einige gar nicht. Es reicht aus, den Bäderbetrieb lahmzulegen, wenn einzelne Techniker in den Schwimmhallen den Dienst verweigern. Warnstreiks gibt es außerdem in Schulhorten und bei der Feuerwehr. Seit gestern Abend bis heute Abend haben sich - nach ersten Warnstreiks - wieder die Polizeiangestellten aus Gefangenensammelstellen den Aktionen angeschlossen. Ebenfalls gestern haben Verkäuferinnen vom Steglitzer Wertheim-Kaufhaus, von Lebensmittelketten, Ikea, Thalia und Schlecker die Arbeit niedergelegt. Heute wollen sich die Einzelhandelsbeschäftigten an den Protesten im Staatsdienst beteiligen.Um 9.30 Uhr ist eine gemeinsame Kundgebung auf dem Wittenbergplatz. Anschließend zieht ein Demonstrationszug über den Tauentzien und den Kurfürstendamm zurück zum Wittenbergplatz. Am Vormittag bis 13 Uhr ist deshalb vor allem in der westlichen City mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Vermutlich kommt es auch in anderen Stadtgebieten zu Beeinträchtigungen. "Mit Spontan-Aktionen der Streikenden auf öffentlichem Straßenland in Uniformen ist zu rechnen", kündigte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) dies etwas umständlich an.Für die Landesbeschäftigten verlangen die Gewerkschaften zunächst drei Mal 300 Euro mehr Geld für die zurückliegenden Jahre und 2,9 Prozent mehr Gehalt. Der Senat lehnt dies ab. Lohnerhöhungen vom Arbeitgeber erwarten auch die Verkäuferinnen.Morgen gehen die Warnstreiks weiter: Schwerpunkt ist die Stadtreinigung. Falls es weiter kein Angebot des Senats gibt, sind - wie berichtet - Anfang April Urabstimmungen und dann tage- und wochenlange Streiks möglich.
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