Viele wild wachsende Pilze sind laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Deutschland auch 36 Jahre nach der Umweltkatastrophe von Tschernobyl mit radioaktivem Cäsium-137 belastet. Gemessen wurden in den Jahren 2019 bis 2021 in Semmelstoppelpilzen und Rotbraunen Semmelstoppelpilzen Werte von über 4000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm.
Becquerel ist eine Einheit für die Menge einer radioaktiven Substanz – wie Cäsium-137. Für Pilze, die im Handel verkauft werden, gilt ein Grenzwert von 600 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm. Cäsium-137 wird über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, im Körper verteilt, nach einiger Zeit aber überwiegend wieder ausgeschieden.
Maronenröhrlinge im Korb.
Die Halbwertszeit von Cäsium-137 beträgt etwa 30 Jahre. 1986 kam es zu der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl – also vor etwas mehr als 30 Jahren. Somit hat die Strahlenbelastung seitdem um etwas mehr als die Hälfte nachgelassen. Aber: Cäsium-137 ist in Bodenschichten eingedrungen und wird nun durch die Fäden der Pilze und Pflanzenwurzeln immer wieder an die Oberfläche gebracht.
Eine Ziegenlippe oder auch: Rotfußröhrling
© imago/blickwinkel
Pilzliebhaber, die pro Woche 200 Gramm mit 2.000 Becquerel Cäsium-137 pro Kilogramm belastete Pilze essen, werden in etwa so stark bestrahlt, als ob sie 20 Mal von Frankfurt nach Gran Canaria fliegen, so das BfS. Dies entspreche 0,27 Millisievert. Wer Pilze für den eigenen Verzehr sammelt, könne den Pilzbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz zur Orientierung nutzen, empfiehlt BfS-Präsidentin Inge Paulini.
Über 1.000 Becquerel pro Kilogramm lagen die Messwerte bei diesen Wildpilzarten:
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Manche Arten waren nicht belastet, heißt es in einer Mitteilung. Zuchtpilze wie Champignons wurden nicht untersucht, da sie kaum belastet seien. Auch Austernpilze seien ungefährlich. Einige Regionen Deutschlands sind stärker betroffen als andere. So sollten Pilzsammler in Bayern und hier im Bayerischen Wald, dem Alpenrand und im Donaumoos nahe Ingolstadt „selbst gesammelte Pilze nur in Maßen verzehren, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden“.
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