Odersun AG baut neues Werk in Fürstenwalde

Sonnenkraft als Jobmaschine

Martin Klesmann
2 Min

FÜRSTENWALDE. Es gibt ihn noch, den Solarboom in Ostbrandenburg: Die Odersun AG, die in Frankfurt (Oder) bereits eine Fabrik für Solarmodule betreibt, begann am Mittwoch mit dem Bau einer zweiten Fabrik in Fürstenwalde (Oder-Spree). Der für den Aufbau Ost zuständige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee reiste eigens an, um bei der Grundsteinlegung dabei zu sein. In der zweiten Fabrik für Solarmodule, die in Dächer oder Hausfassaden eingebaut werden können, sollen bis zu 150 Arbeitsplätze entstehen. Der Betrieb soll noch in diesem Jahr aufgenommen werden, sagte Odersun-Vorstandschef Ramin Lavae Mokh- tari. Verschiedene Geldgeber aus den USA, China, England und Frankreich versorgen die Odersun AG mit neuem Geld, so dass das Unternehmen etwa 40 Millionen Euro investieren kann, vor allem in die neue Fabrik in Fürstenwalde. Hinzu kommen hier 21 Millionen staatliche Fördermittel. Die Odersun AG hatte bereits beim Bau der ersten Fabrik in Frankfurt (Oder) angekündigt, schrittweise die Produktion zu erweitern. In Frankfurt (Oder) arbeiten derzeit 90 Mitarbeiter. Derzeit sei bereits eine dritte Solarfabrik in Planung, hieß es.Die größte Solarfabrik in Ostbrandenburg ist mittlerweile die First Solar in Frankfurt (Oder). Dort arbeiten laut Unternehmen bereits über 500 Menschen in der Solarmodulproduktion, ebenfalls auf Dünnschicht-Basis. Zwei Drittel der Mitarbeiter kommen aus der Region Frankfurt (Oder), ein Drittel aus dem Berliner Raum. Mit einer Produktionskapazität von jährlich 176 Megawatt ist die Fabrik voll ausgelastet. Zwölf-Stunden-Schichten sind die Regel. Jeder dritte Beschäftigten war zuvor arbeitslos. Die Frankfurter Belegschaft war jüngst aufgefallen, als 98 Prozent der Mitarbeiter gegen die Einrichtung eines Betriebsrates stimmten.Noch nicht voll ausgelastet ist entgegen den ursprünglichen Plänen die Solarfabrik der in die Krise geratenen Conergy AG. Man strebe einen volle Auslastung der Fabrik in der zweiten Jahreshälfte 2009 an, sagte Sprecher Alexander Leinhos. Dann sollen etwa 500 Mitarbeiter in der Fabrik arbeiten. Derzeit sind es 320 feste Mitarbeite sowie 80 Zeitarbeiter. Conergy produziert Solarmodule auf Silizium-Basis in der Fertigungsstätte, die einst für die später gescheiterte Chipfabrik gebaut worden war. Allerdings ist Silizium derzeit knapp, so dass der Testbetrieb zum Beispiel am Dienstag für einen halben Tag lang eingestellt werden musste. Doch durch langfristige Verträge habe man bald genug Silizium, hieß es.

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