Rohstoffe

Ölmarkt setzt weiter auf Entspannung zwischen den USA und dem Iran

Die Preise für Brent und WTI liegen fast wieder auf Vorkriegsniveau. Für die Schifffahrt bleibt die Lage in der Straße von Hormus unsicher.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Tanker und Frachtschiffe warten im Golf von Oman auf die Passage durch die Straße von Hormus.

Tanker und Frachtschiffe warten im Golf von Oman auf die Passage durch die Straße von Hormus.

© Shady Alassar/imago

Der Ölpreis ist am Dienstagmorgen vor möglichen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in Doha gefallen. Der August-Terminkontrakt der Rohölsorte Brent, an der sich viele internationale Ölpreise orientieren, sank nach Reuters-Angaben im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 72,51 Dollar je Barrel. US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 70,36 Dollar.

Die Preise lagen damit fast wieder auf dem Niveau vom 27. Februar, also vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran. Nach Einschätzung des Analysten Tim Waterer vom Finanzdienstleister KCM Trade setzen Anleger auf eine Entspannung durch mögliche Gespräche in Doha. Eine wirkliche Normalisierung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus sei aber noch nicht sichtbar.

Gespräche in Doha auf der Kippe

Offen ist, ob es direkte Gespräche zwischen Washington und Teheran geben wird. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag laut Reuters im Oval Office, das Treffen in Doha könne wichtig werden oder auch nicht. Der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei erklärte demnach am Montag, in den kommenden Tagen seien keine Verhandlungen mit den USA auf irgendeiner Ebene geplant.

Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi erklärte am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, er könne Berichte über technische Gespräche von Arbeitsgruppen in Doha nicht bestätigen. Die Konsultationen mit Katar liefen wie gewohnt weiter.

Irans Präsident Massud Peseschkian sagte am Montag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, Katar werde sechs Milliarden Dollar eingefrorener iranischer Vermögen freigeben. Eine Bestätigung aus Doha lag demnach nicht vor. US-Vertreter erklärten laut AP, bislang seien keine eingefrorenen iranischen Gelder freigegeben worden.

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Straße von Hormus bleibt unsichere Route

Parallel sollen nach Angaben des iranischen Vizeaußenministers Kazem Gharibabadi iranische und omanische Experten in den kommenden Tagen über neue Transitwege durch die Straße von Hormus sprechen. Der Iran werde Schiffe außerhalb von ihm festgelegter Routen behindern, sagte Gharibabadi im Staatsfernsehen.

Analysten der Bank ING warnten, der Ölmarkt unterschätze die Risiken nach der Eskalation am Persischen Golf. Das Joint Maritime Information Centre, eine internationale Meldestelle für Sicherheitsrisiken in der Handelsschifffahrt, habe seine Gefahreneinschätzung für Schiffe in der Straße von Hormus auf „substanziell“ angehoben. Der Branchenverband Intertanko habe Mitgliedern geraten, Tanker möglichst nicht durch die Meerenge zu schicken.

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