Der Irak hat am Freitag begonnen, mit einer zweiten Auktion den Verkauf von Förderrechten für seine Ölfelder fortzusetzen. Der Ölmulti Shell und die malaysische Petronas konnten sich das größte Feld sichern. Madschnun in der Nähe der iranischen Grenze soll 13 Milliarden Fass Öl (je 159 Liter) enthalten, das reicht, um Deutschland mehr als 14 Jahre zu versorgen. Ein kleineres Feld konnte sich der chinesische Energieriese CNPC zusammen mit Petronas und der französischen Total sichern. Bei drei weiteren Feldern gab es keinen Zuschlag. Auch im Sommer waren bei der ersten Runde nur die attraktivsten Lizenzen von Ölfirmen gekauft worden. Die Versteigerungen gehen indes dieses Wochenende weiter und bald gibt es neue Runden.Für eine Bevorzugung von US-Unternehmen, die Schwarzmaler erwartet hatten, gibt es keine Anzeichen. Der Großteil der Lizenzen ging bislang an Europäer und Asiaten. Die Iraker haben ihr Versprechen wahrgemacht, nur auf den Preis zu schauen. So haben sie sehr günstige Kontrakte abschließen können. Die zu erzielenden Einnahmen für die Firmen sind entsprechend mager. Shell und Petronas zum Beispiel wollen bis zu 1,8 Millionen Fass pro Tag aus dem Boden holen, sie dürfen das Öl aber nicht verkaufen. Stattdessen erhalten sie eine Gebühr von 1,39 Dollar pro Fass. Zum Vergleich: Auf dem Weltmarkt können derzeit mehr als 70 Dollar erlöst werden. Die Differenz behält der Irak, um den Wiederaufbau des Landes zu finanzieren. In den kommenden sechs Jahren soll sich die Ölförderung von rund 2,5 Millionen auf 7,5 Millionen Barrel pro Tag erhöhen, das bedeutet zu heutigen Preisen jährliche Einnahmen von etwa 200 Milliarden Dollar. Hohe Investitionen in die Infrastruktur des zerstörten Landes sind aber auch bitter nötig.Ein Problem bleibt dem Land ohnehin: Die Öleinnahmen machen schon jetzt 85 Prozent des Haushalts aus und werden weiter steigen. In den meisten Ländern hat die Tatsache, dass das Geld quasi gratis hereinkommt, zu weitverbreiteter Korruption geführt. Der Irak muss aufpassen, dass für ihn nicht gilt: Öl verdirbt den Charakter.
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