Indien hat am Mittwoch unter dem Motto „Rising Together“ (Gemeinsam wachsen) das Leitbild für seine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 vorgestellt. Austragungsort soll die Stadt Ahmedabad im westlichen Bundesstaat Gujarat sein.
Das teilte das Indische Olympische Komitee (IOA) nach Angaben der Nachrichtenagentur PTI mit. Ende Oktober steht die erste Vorstellung vor der zuständigen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an.
Das IOC hatte am Dienstag bestätigt, dass neben Indien auch Deutschland, Katar, Ungarn, die Türkei, Südafrika und Südkorea als Interessenten für die Spiele 2036 im laufenden Dialog mit dem IOC stehen. Deutschland geht mit München ins Rennen. Die bayerische Landeshauptstadt hatte sich im nationalen Verfahren gegen Köln-Rhein-Ruhr durchgesetzt.
Sport als Motor für Entwicklung
Der indische Sportminister Mansukh Mandaviya erklärte in einer Mitteilung des IOA, die Spiele sollten Millionen junger Menschen zur sportlichen Betätigung anregen sowie Chancen in Bildung und Beschäftigung schaffen. IOA-Präsidentin P. T. Usha bezeichnete „Rising Together“ als Verpflichtung, Indiens Energie und Vielfalt für ein gemeinsames olympisches Ziel zu bündeln.
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Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte IOA-Geschäftsführer Raghuram Iyer, Indien verfolge das Ziel, eine Sportnation zu werden und langfristig zu den führenden Ländern im internationalen Medaillenspiegel aufzuschließen. Seit vergangenem Jahr habe das Land in 15 Städten Dutzende internationale Wettbewerbe ausgerichtet, bis 2028 sollen es 65 Veranstaltungen werden.
Hürden im Bewerbungsverfahren
Reuters verweist auf mehrere Schwächen der indischen Bewerbung: fehlende Erfahrung mit großen Multisportveranstaltungen seit den Commonwealth Games 2010 in Neu-Delhi, interne Streitigkeiten im IOA sowie eine wiederholt kritisierte Dopingbilanz. Laut Reuters führt die Welt-Anti-Doping-Agentur Indien seit drei Jahren an der Spitze ihrer Verstoßliste. Das IOA habe darauf mit einem neuen Anti-Doping-Bildungsprogramm reagiert.
Die Projekte werden nach IOC-Angaben unter anderem anhand von Spielstätten, Finanzierung, politischem Rückhalt und Nachhaltigkeitskonzepten bewertet. Eine engere Auswahl soll bis März 2027 feststehen, die endgültige Entscheidung über den Austragungsort ist für Mitte 2029 vorgesehen.
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