Sommerspiele

Bewerbung um Olympia: München trifft auf sechs internationale Konkurrenten

Deutschland konkurriert mit sechs Ländern aus Asien, Europa und Afrika um die Sommerspiele 2036. Bis Ende Oktober können weitere Bewerber hinzukommen.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Der Münchner Olympiapark soll im Bewerbungskonzept eine zentrale Rolle spielen.

Der Münchner Olympiapark soll im Bewerbungskonzept eine zentrale Rolle spielen.

© Philippe Ruiz/imago

Sieben Länder sind derzeit im Rennen um die Olympischen Sommerspiele 2036. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag mit. Neben Deutschland sind dies Ungarn, Indien, Katar, Südkorea, Südafrika und die Türkei. Alle befinden sich in der ersten, unverbindlichen Gesprächsphase mit dem Komitee. Zugleich veröffentlichte das IOC einen Leitfaden, der den weiteren Auswahlprozess regelt.

Deutschland geht mit München ins Rennen. Die bayerische Landeshauptstadt hatte sich im nationalen Verfahren gegen Köln-Rhein-Ruhr durchgesetzt. Hamburg war an einem Bürgerentscheid gescheitert, Berlin zog seine Kandidatur zurück. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Bewerbung für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 beim IOC hinterlegt, wie die dpa berichtete.

Fahrplan bis zur Entscheidung 2029

Weitere Interessenten können ihre Kandidatur noch bis zum 31. Oktober anmelden. Im November sollen die Bewerber ihre Pläne der zuständigen IOC-Kommission in Videokonferenzen vorstellen. Im März 2027 will der Vorstand des IOC den Kreis verkleinern und festlegen, welche Kandidaten in die zweite Phase, den sogenannten strategischen Dialog, einziehen. Im Dezember 2028 folgt die Auswahl bevorzugter Gastgeber für die Endrunde. Die Vergabe durch die IOC-Mitglieder ist für Mitte 2029 vorgesehen.

Das IOC bewertet die Konzepte nach technischen Kriterien wie Sportstätten, Finanzierung, politischer und öffentlicher Unterstützung, Umsetzungsfähigkeit und einer Nachhaltigkeitsstrategie. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry erklärte, bei allen Unterschieden der Gastgeber müsse eines unverändert bleiben: „Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns stehen.“

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Als mögliche Austragungsorte gelten nach Angaben der dpa Ahmedabad in Indien, Doha in Katar, Budapest und Istanbul. Südafrika könnte mit Kapstadt oder Durban und Johannesburg antreten, Südkorea mit der Provinz Jeonbuk-do. Bei Indiens Projekt gab es zuletzt Zweifel, ob Finanzierung und Umsetzung bis 2036 gesichert sind. Katar gilt wegen der Lage in der Nahostregion als riskante Wahl.

Die Münchner Bewerbung stützt sich nach Angaben des DOSB auf vorhandene Sportstätten und den Olympiapark von 1972. Die Gesamtkosten werden mit rund zehn Milliarden Euro beziffert. Rund die Hälfte entfällt auf die Organisation und soll vor allem durch Ticketeinnahmen gedeckt werden, der Rest auf Infrastruktur. Vergibt das IOC die Spiele 2036 nach Asien, bleibt München automatisch auch für 2040 und 2044 im Verfahren.

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