Vom 12. bis 16. August 2026 wird der historische Marktplatz vor dem Weimarer Rathaus zur Freilichtbühne: Die Berliner Produktionsfirma „I like Storys“ bringt Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ in einer Neuinszenierung in die Klassikerstadt. Verantwortlich für das Projekt sind Regisseur und Produzent Nicolai Tegeler sowie Co-Produzent Tobias York. Die Titelrolle übernimmt Julian Weigend.
Anlass der Inszenierung ist auch der 152. Geburtstag Hofmannsthals. Das Stück erzählt die Geschichte eines wohlhabenden Mannes, der von Gott zur Rechenschaft gezogen wird und sich angesichts des nahenden Todes mit Fragen nach Freundschaft, Liebe, Glauben und dem Sinn seines Wirkens auseinandersetzen muss.
Was bleibt von einem Menschen, wenn Geld, Macht und Besitz keine Rolle mehr spielen? Wer begleitet uns am Ende unseres Weges? Und was macht ein erfülltes Leben wirklich aus? Genau diese Fragen machen Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ heute aktueller denn je.
Die Produktion verbindet klassische Theaterelemente mit multimedialen Mitteln, Musik- und Lichtinszenierungen. Die einzigartige Kulisse des historischen Marktplatzes verleihe der Inszenierung eine besondere Atmosphäre und mache das Publikum selbst zu einem Teil des Geschehens, so Tegeler.
Theater, Multimedia, Lichtinszenierung: Vom 12. bis 16. August verwandelt sich der Weimarer Marktplatz in eine große Bühne
© Robin Wulff
Zusatzprogramm mit Hans-Werner Olm
Am 14. August wird das Programm um ein Gastspiel des Kabarettisten und Schauspielers Hans-Werner Olm erweitert. Er tritt am Nachmittag auf dem Marktplatz auf, bevor am Abend die „Jedermann“-Aufführung folgt. Damit entsteht ein Kulturtag, der Kabarett und Schauspiel unter freiem Himmel kombiniert.
Die Produktion ist in den vergangenen Jahren mehrfach aufgeführt worden und tourt 2026 neben Weimar auch durch Bremen, Bayreuth, Coburg und Graz. Auch eine Aufführung in Dresden ist in diesem Jahr erstmals geplant. Für Weimar ist es die erste Inszenierung an dieser zentralen Spielstätte.
Tegeler und York positionieren die Inszenierung ausdrücklich gegen den Ruf des Stücks als verstaubter Klassiker. Die Themen – Vergänglichkeit, Wertorientierung, der Umgang mit dem Tod – seien gerade in unsicheren Zeiten von aktueller Bedeutung, heißt es in der Ankündigung.
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