Der ChatGPT-Entwickler OpenAI hat Investoren nach einem Bericht der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times vom Donnerstag mitgeteilt, dass seine auf das Jahr hochgerechneten Umsätze im September bei knapp 50 Milliarden Dollar lagen.
Die Nachrichtenagentur Reuters und das US-Portal Axios bestätigten die Angaben unabhängig voneinander. Zuvor hatte das Unternehmen gegenüber Investoren einen Wert von annähernd 70 Milliarden Dollar genannt.
Die Abweichung geht nach Angaben einer von Reuters zitierten Quelle vor allem auf unterschiedliche Berechnungsmethoden zurück. Die zunächst höhere Zahl sei entstanden, um einen direkten Vergleich mit dem Konkurrenten Anthropic zu ermöglichen. Anders als Anthropic rechnet OpenAI Umsätze aus dem Vertrieb über Cloudpartner wie Amazons AWS oder Googles Cloud-Sparte nicht in voller Höhe in die eigenen Erlöse ein.
Analysten beschwichtigen
Bei den genannten Zahlen handelt es sich um hochgerechnete Jahresumsätze. Dabei wird der Umsatz eines einzelnen Monats auf zwölf Monate projiziert. Analysten halten die Kennzahl laut Reuters für mitunter irreführend, in der US-Technologiebranche ist sie dennoch weit verbreitet.
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Gegenüber dem US-Finanzportal MarketWatch sprach Gil Luria vom Analysehaus D.A. Davidson von „unbegründeter Sorge“ im Markt. Evan Schlossman vom Analysehaus Neostellar bezeichnete den Vorgang als Klarstellung dazu, wie der Umsatz ausgewiesen wird, nicht als Signal für eine schwächere Nachfrage.
Kursverluste bei Chip- und Serverherstellern
An den US-Börsen schlug der Bericht dennoch deutlich durch. Laut MarketWatch verlor die Nvidia-Aktie am Donnerstag 2,9 Prozent, Oracle gab 5,3 Prozent nach. Auch Micron Technology mit minus 4,9 Prozent und Broadcom mit minus 4,3 Prozent zählten zu den Verlierern.
Am Freitag entwickelten sich die asiatischen Börsen uneinheitlich, wie aus einem Marktüberblick von Reuters hervorgeht. Investoren zeigen sich demnach zunehmend besorgt über den hohen Kapitalbedarf für den Ausbau von Rechenzentren.
Die Investmentbank Morgan Stanley schätzt, dass die KI-Branche bis 2028 rund 1,5 Billionen Dollar an externer Finanzierung benötigt. Weltweit gestiegene Zinsen verteuerten die Finanzierung, während die Erträge aus den Anlagen erst nach Jahren zu erwarten seien.
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