Im spektakulären Gerichtsprozess zwischen Elon Musk und OpenAI hat der Präsident des KI-Unternehmens, Greg Brockman, schwere Vorwürfe gegen den Tech-Milliardär erhoben. Musk habe die Kontrolle über OpenAI übernehmen wollen, um mit Hilfe der Firma Milliarden für den Aufbau einer Stadt auf dem Mars zu beschaffen. Darüber berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.
Vor einem Gericht im kalifornischen Oakland sagte Brockman am Dienstag (Ortszeit), Musk habe bereits 2017 verlangt, OpenAI in eine gewinnorientierte Struktur umzubauen. Gleichzeitig habe er die Führung über das Unternehmen beansprucht. „Er sagte, er brauche 80 Milliarden US-Dollar, um dort eine Stadt zu errichten“, erklärte Brockman laut Reuters mit Blick auf den Mars. „Am Ende wollte er die vollständige Kontrolle.“
Die Aussage liefert einen ungewöhnlich direkten Einblick in den Machtkampf zwischen Musk und OpenAI-Chef Sam Altman. Beide hatten OpenAI 2015 gemeinsam gegründet. Die Organisation sollte ursprünglich als gemeinnützige Forschungsplattform Künstliche Intelligenz im Interesse der Menschheit entwickeln. Heute zählt OpenAI mit ChatGPT zu den wertvollsten KI-Unternehmen der Welt.
Brockman schildert Wutanfall von Musk
Laut Brockman eskalierte ein Treffen im August 2017, als Musk mit einem vorgeschlagenen Beteiligungsmodell unzufrieden gewesen sei. Der OpenAI-Präsident schilderte vor Gericht, Musk sei plötzlich wütend geworden, habe ein Gemälde an sich genommen, das ihm als Geschenk überreicht werden sollte, und sei aus dem Raum gestürmt. Reuters berichtet zudem, Brockman habe ausgesagt, er habe in diesem Moment befürchtet, Musk könne ihn körperlich angreifen. Auch die New York Post berichtete über die Szene.
Milliardenstreit um Zukunft der KI
Musk wirft OpenAI und Altman inzwischen vor, ihn um 38 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Das Unternehmen habe seine ursprüngliche gemeinnützige Mission aufgegeben und sich zu einem profitorientierten Konzern entwickelt. Musk fordert in dem Verfahren 150 Milliarden US-Dollar Schadenersatz und verlangt die Absetzung von Altman und Brockman.
OpenAI weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen argumentiert, eine stärker gewinnorientierte Struktur sei notwendig gewesen, um die enormen Kosten für die Entwicklung moderner KI-Systeme zu finanzieren. Brockman erklärte vor Gericht, OpenAI werde allein im Jahr 2026 rund 50 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung ausgeben.
Der Prozess gilt als einer der wichtigsten Konflikte der Technologiebranche. Im Kern geht es um die Frage, wer die Kontrolle über die Entwicklung leistungsfähiger KI-Systeme behalten soll – und ob OpenAI seine ursprünglichen Versprechen gebrochen hat. Musk konkurriert inzwischen selbst direkt mit OpenAI. Seine KI-Firma xAI versucht mit dem Chatbot Grok gegen ChatGPT anzutreten.
Elon Musks Pläne für Mond und Mars
Musks Pläne für außerirdische Siedlungen sind seit Jahren Teil seiner öffentlichen Visionen. Erst im Februar kündigte der Unternehmer an, SpaceX wolle den Aufbau einer „selbst wachsenden“ Stadt auf dem Mond vorantreiben. Eine Mondkolonie könne womöglich schon innerhalb von zehn Jahren entstehen, schrieb Musk damals auf X. Eine dauerhafte Siedlung auf dem Mars halte er dagegen frühestens in etwa 20 Jahren für realistisch. Als Grund nannte Musk die deutlich einfacheren und häufigeren Flugmöglichkeiten zum Mond.
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