Ungarn

Der Erfinder des Rechtspopulismus ist geschlagen: Viktor Orban war einfach zu erfolgreich

16 Jahre Fidesz sind zu Ende. Viktor Orbáns Errungenschaften sind in Ungarn heute Normalität, während die Macht seine Partei verdarb. Ein Kommentar.

6 Min
Viktor Orbán war von 1998 bis 2002 und von 2010 bis 2026 Ministerpräsident in Ungarn.

Viktor Orbán war von 1998 bis 2002 und von 2010 bis 2026 Ministerpräsident in Ungarn.

© ATTILA KISBENEDEK

Als Donald Trump noch Casinos baute und die AfD nicht einmal gegründet war, praktizierte Viktor Orbán schon Rechtspopulismus – damals noch ein Begriff, der nur Politikwissenschaftlern geläufig war. Seit 2010 regierte Orbán Ungarn durchgehend. Er prägte einen rechten Nationalpopulismus, der sich kompromisslos gegen illegale Einwanderung wehrte, EU-Vorgaben trotz Geldstrafen ignorierte und mit fast jedem außerhalb der EU bessere Beziehungen pflegte als mit Brüssel und den Westeuropäern. 16 lange Jahre war Orbán mit seiner Gulasch-Diplomatie erfolgreich. Am Ende war der Erfolg so groß, dass er ihm nicht mehr zugerechnet wurde – und dann hat er seine Partei zerfressen.

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