Kritik

Ost-Roman „Das Wasser im August“: Von der fehlenden Leichtigkeit in schweren Zeiten

Ingo Schulze liefert mit dem Roman „Das Wasser im August“ ein vielschichtiges Bild der DDR und eine schlüssige Erklärung für das Dilemma der heutigen Zeit. Die Kritik.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
7 Min
Tollensesee bei Neubrandenburg im Norden des Ostens: Dort spielt der Roman 1979. Wirklich wichtig sind auch die „Wolkenherden“ über Mecklenburg.

Tollensesee bei Neubrandenburg im Norden des Ostens: Dort spielt der Roman 1979. Wirklich wichtig sind auch die „Wolkenherden“ über Mecklenburg.

© NBL Bildarchiv/Imago

Auch für wirklich gute Bücher ließe sich eine Mängelliste erstellen mit Fakten oder Worten, die inhaltlich falsch sind oder etwas hinken. Das gilt auch für „Das Wasser im August“ von Ingo Schulze, ein Roman, der erst am 26. August erscheint, der aber bereits mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026 ausgezeichnet wurde. Inhaltlich stimmt alles: von den Aluminium-Deckeln auf DDR-Milchflaschen über die Bambina-Tafel bis zu heutigen rot-weiß-gestreiften Windsäcken, wie sie an Flughäfen hängen.

Aber für alle, die keine Schulze-Fans sind, startet der Roman etwas überladen. Einige Sätze sind zu verdrechselt oder gespickt mit zu vielen Fakten, sodass nicht die erwünschte Spannung entsteht, sondern fast Verwirrung.

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