Die Frage, was wohl fürchterlicher war – die Gala zum Deutschen Fernpreis oder die Outfits dazu – ist nicht leicht zu beantworten. Zwar hatte die unvermeidliche Moderatorin Barbara Schöneberger zu Beginn der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass es einen neuen Dresscode gebe.
Nach Jahren des Casual Chic musste es diesmal bei der größten Preisverleihung des deutschen Fernsehens wieder Black Tie sein, also klassisch Abendkleid für die Damen und Smoking für die Herren.
Leider ist die Interpretation, was ein Abendkleid alles sein kann, dann doch sehr weit ausgelegt worden, und auch nicht alle anwesenden Herren hatten die Notiz der Veranstalter in ihrer Anmeldebestätigung gelesen. Unsere Tops und Flops vom roten Teppich.
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TOP: Allen voran bekannt als Laufsteg-Coach bei „Germany’s Next Topmodel“, mit seinem unverwechselbar eleganten Schritt, beweist Bruce Darnell vor allem eines: Er hat ein Händchen für die richtigen, schnittigen Anzüge. Hier zeigt er das einmal mehr. In einem klassisch-schwarzen Smoking, zweireihigen Sakko, dazu samtige Details an der leicht ausgestellten Hose. Diese fällt so perfekt über seine glänzenden Loafers, dass klar wird: Manchmal braucht es einfach hochwertige Stücke, um das richtige Maß an Glitz & Glam zu erreichen. Oder wie er selbst sagen würde: „Mehr Drama, Baby!“
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FLOP: Ihre hübschen Beauty-Produkte mit dem geschwungenen Schriftzug „Judith Williams“ kennt man aus jeder Drogerie. Weniger elegant präsentierte sich die „Höhle der Löwen“-Investorin jedoch am gestrigen Abend in einem fragwürdigen Look: ein alarmierend roter Lederrock im Meerjungfrauenschnitt. Gibt es eine ungünstigere Form für solch ein starres und dazu noch billig wirkendes Material? Dazu eine weit aufgeknöpfte Bluse und Kettenreihen aus Perlen. Ein wilder Materialmix, der an Kindheitstage erinnert, wenn man im Kleiderschrank der Mutter Verkleiden spielen wollte.
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TOP: Florence Kasumba ist eigentlich immer stilsicher unterwegs – doch beim Deutschen Fernsehpreis überzeugt die Schauspielerin ganz besonders. Sie trägt ein hochgeschlossenes schwarzes Kleid mit voluminösen Rüschenlagen, die dem Outfit Dramatik und Präsenz verleihen. Der hohe Beinschlitz bricht dabei den Look auf und sorgt für die nötige Leichtigkeit. Ergänzt wird das Ensemble durch einen mit feinen Silberfäden durchzogenen Blazer, der lässig über die Schultern geworfen wurde – ein gelungenes Beispiel, wie zeitlose Eleganz gelebt werden kann, ohne langweilig zu sein.
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FLOP: Man könnte meinen, mit einem schwarzen Kleid lässt sich kaum etwas falsch machen. Doch Evelyn Burdecki beweist mit ihrer Outfit-Wahl das Gegenteil. Ein gewagter Ausschnitt kann durchaus elegant wirken – das bodenlange Kleid des Reality-Stars sieht obenherum allerdings eher wie eine Kompromisslösung aus: Als wäre ein Träger gerissen und man hätte notgedrungen nach einer Lösung gesucht, um nicht völlig unbedeckt auf den roten Teppich zu müssen. Hinzu kommt der leicht glänzende Stoff, der in merkwürdigen Falten fällt und damit an einen Müllsack erinnert.
© Rolf Vennenbernd
TOP: Immer wieder versuchen deutsche Promis, die Abendgarderobe eines Mannes neu zu erfinden, und scheitern dabei kläglich. Umso erfrischender, wenn jemand weiß, wie es geht – und sich nichts traut, was er nicht beherrscht. Zusammen mit seiner Frau Heidrun Buchmaier erschien Bastian Pastewka auf dem roten Teppich in einem ausgezeichnet sitzenden Smoking mit weißem Einstecktuch und Hemd, schwarzer Fliege und dazu passend glänzenden Smokingschuhen. Die Manschetten lugten genau einen Finger breit hervor, der Kragen saß weder zu eng noch zu locker: So geht das, werte Herren!
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FLOP: Was sich Gisa Flake bei diesem Meerjungfrauen-Look gedacht hat, weiß wohl nur sie selbst – wenn überhaupt. Die Schauspielerin erschien in einem blauen Pailletten-Hosenanzug mit kleinen, schimmernden „Flossen“ an beiden Schultern. Auch wenn Pailletten eine durchaus elegante Wahl für den roten Teppich darstellen können, kann man damit genauso viel falsch machen. Wie dieses Beispiel ganz wunderbar veranschaulicht. Der Aufzug wirkte fast schon infantil – eben wie eine Meerjungfrau, die sich auf den Deutschen Fernsehpreis verirrt hat.
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TOP: Vielen Dank, Pinar Atalay, für diese stilistisch einwandfreie Kombination in einem Meer aus modischen Fehltritten. Es ist vielleicht doch noch nicht alles verloren im deutschen Fernsehen. Die ehemalige „Tagesthemen“-Moderatorin zeigt, dass Schwarz nicht langweilig sein muss, wenn man es geschickt stylt. Eine goldene Spange am Blazer, eine voluminöse Blume am Kragen, schon wird der Look abend- und galatauglich. Dazu ein gutes Make-up und Hairstyling, rote Nails, eine gute Tasche – und der Red Carpet kann kommen.
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FLOP: Liebe Laura Wontorra, haben Sie in der Eile Ihre Hose zu Hause vergessen? Ach nein, da blitzt sie ja doch hervor, unter ihrem kreischpinkfarbenen Oversize-Blazer. Sie können es tragen, gute Beine, keine Frage. Dennoch hätten die Hose eine Handbreit länger und der Blazer eine Nummer kleiner sein können. Oversize hin oder her, auf der Bühne sah die Moderatorin bei ihrer Laudatio aus wie ein kastiges Kaubonbon. Da konnten auch die feinen Stiletto-Heels nichts mehr rausreißen.
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Dieser Artikel ist unserem Archiv und erschien zuerst am 16. September 2025
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