Der Panamakanal lässt schwerer beladene Schiffe passieren und weitet ab Mitte Oktober die Zahl der täglichen Durchfahrten leicht aus. Der zulässige Tiefgang in den größeren Neopanamax-Schleusen steigt mit sofortiger Wirkung auf 14,94 Meter, wie die Panamakanalbehörde ACP in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung an die Reedereien bekanntgab.
Der Tiefgang gibt an, wie weit ein Schiff ins Wasser eintaucht. Je größer er sein darf, desto mehr Ladung kann ein Schiff mitführen.
Ab dem 15. Oktober erhöht sich zudem die Zahl der täglichen Durchfahrten durch diese Schleusen von neun auf zehn. Zusammen mit den kleineren Panamax-Schleusen stehen dann insgesamt 33 statt bisher 32 Plätze pro Tag zur Verfügung.
Die Regeln für Buchungen werden gelockert: Reedereien können nach einem Bericht der panamaischen Tageszeitung La Estrella de Panamá künftig ohne Obergrenze mehrere Plätze pro Buchungstag oder Woche belegen und auch Plätze an aufeinanderfolgenden Tagen sichern.
Für einzelne Segmente wie Containerschiffe, Flüssiggastanker und Autotransporter gelten Mindestkontingente. Schiffe ohne Reservierung müssten weiter mit Wartezeiten von unbestimmter Dauer rechnen, teilte die ACP mit.
El Niño trocknet Einzugsgebiet aus
Wichtigste Wasserquelle für den Kanal ist der Gatúnsee, aus dem die Schleusenkammern gespeist werden. Sinkt der Seespiegel, müssen Schiffe weniger laden und die Behörde die Zahl der Durchfahrten verringern.
Als Gründe für die Lockerungen nennt die Behörde Niederschläge nahe dem langjährigen Mittel im September sowie Wassersparmaßnahmen an den Schleusen. Trotz der Entspannung bestehe die Wasserknappheit im Einzugsgebiet des Kanals fort, teilte die ACP mit.
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Ausgelöst wurde sie durch das Klimaphänomen El Niño, das durch eine ungewöhnlich starke Erwärmung des tropischen Pazifiks entsteht. Zwischen Mai und August lagen die Niederschläge im Einzugsgebiet 34 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Wasserzuflüsse fielen sogar um 44 Prozent geringer aus.
Panama hatte deshalb den landesweiten Notstand ausgerufen. Nach einer Prognose der Weltwetterorganisation könnte der aktuelle El Niño bis Anfang 2027 anhalten.
Millionenbeträge bei Auktionen
Wegen der Engpässe boten Reedereien nach Angaben des Wall Street Journal zuletzt bis zu mehr als fünf Millionen US-Dollar, um in kurzfristigen Auktionen einen Platz zu ergattern.
Die ab 15. Oktober geltende Obergrenze von 33 Durchfahrten liegt noch deutlich über dem Tiefpunkt der Dürre von 2023, als die Behörde die Zahl zeitweise auf 22 gesenkt hatte. Rund sechs Prozent des Welthandels laufen über den etwa 80 Kilometer langen Kanal. Wichtigster Nutzer sind die USA vor China.
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