Die Branche hat ihren Weltmarktanteil in den vergangenen fünf Jahren von sieben auf zehn Prozent gesteigert, in diesem Zeitraum Gerätschaften im Wert von 8,7 Milliarden Euro exportiert und die Ausfuhren insgesamt im Vergleich zu den Jahren 1998 bis 2003 um 70 Prozent gesteigert. Das sind Erfolgsmeldungen, wie sie schon gar nicht mehr möglich schienen.Es ist die deutsche Rüstungsindustrie, die diesen Boom erlebt hat. Abwrackprämien, um ihre Produkte loszuwerden, wird die Branche im Gegensatz zur Autoindustrie so schnell nicht brauchen. Wenn es um den Verkauf von Panzern, U-Booten, Gewehren und Pistolen geht, ist Deutschland immer noch eine Supermacht. Nur die USA und Russland verkaufen weltweit mehr Waffen, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri gestern berichtet hat.Ökonomen ist angesichts dieser Zahlen zum Jubeln: Waffen made in Germany gehen noch, selbst in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Militärskeptikern dagegen ist zum Heulen: Was muss eigentlich noch geschehen, damit die Armeen dieser Welt nicht immer mehr und vor allem nicht immer mehr neue Waffen kaufen?Die Antwort ist einfach: Für Kriegsgerät war in Staatsbudgets noch immer genug Geld übrig. Das wird so bleiben. Leider. Und das bringt etwa die deutsche Linke in Verdrückung. Wer das Verbot von Waffenlieferungen in Krisengebiete verlangt, der wird von der Gegenseite aufgefordert, das den von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten deutscher Waffenfabriken zu erklären. So brutal simpel ist das Waffengeschäft.
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