Ukraine-Krieg

Schutz von Nato-Drehkreuz: Schweden verlegt Patriot-Systeme nach Polen

Ab Dezember löst Schweden die Niederlande bei der Patriot-Flugabwehr am zentralen Nato-Umschlagplatz für Militärgüter und andere für die Ukraine bestimmte Lieferungen ab.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson bei einer Pressekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Ärna bei Uppsala

Schwedens Verteidigungsminister Pål Jonson bei einer Pressekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Ärna bei Uppsala

© Fredrik Sandberg/imago

Schweden schickt von Dezember an eine Flugabwehreinheit mit dem Raketensystem Patriot nach Polen. Sie soll den Nato-Logistikstützpunkt sichern, über den militärische und zivile Lieferungen für die Ukraine umgeschlagen werden. Das teilte die geschäftsführende schwedische Regierung in Stockholm am Dienstag mit.

Nach Angaben von Ministerpräsident Ulf Kristersson löst Schweden damit die Niederlande ab, die diese Aufgabe bisher übernommen hatten. Verlegt werden rund 100 Soldaten einer Einheit der Luftverteidigung aus Halmstad. Geführt wird der Verband vom Nato-Luftwaffenkommando.

Breite Mehrheit im Reichstag

Erst in der vergangenen Woche hatte Stockholm angekündigt, Kampfflugzeuge vom Typ Gripen zur Luftraumüberwachung der Nato nach Polen zu schicken. Aufgabe beider Einsätze sei es, das Logistikdrehkreuz der Nato am Flughafen in Polen zu schützen, sagte Kristersson laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Parlament hatte der Regierung bereits Ende 2025 erlaubt, 2026 bis zu 600 Soldaten für Nato-Aufgaben einzusetzen, darunter Luftabwehr in Polen. Sozialdemokraten und Zentrum unterstützten den Kurs, auch die Linkspartei trug den Einsatzrahmen mit, verlangte aber, dass schwedische Soldaten nicht an Nato-Übungen zur nuklearen Abschreckung teilnehmen.

Außenministerin Maria Malmer Stenergard verwies auf jüngste russische Versuche, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Verteidigungsminister Pål Jonson begründete die Entsendung mit der ernsten Sicherheitslage und wiederholten Verletzungen des Luftraums von Nato-Verbündeten.

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