Schweden schickt von Dezember an eine Flugabwehreinheit mit dem Raketensystem Patriot nach Polen. Sie soll den Nato-Logistikstützpunkt sichern, über den militärische und zivile Lieferungen für die Ukraine umgeschlagen werden. Das teilte die geschäftsführende schwedische Regierung in Stockholm am Dienstag mit.
Nach Angaben von Ministerpräsident Ulf Kristersson löst Schweden damit die Niederlande ab, die diese Aufgabe bisher übernommen hatten. Verlegt werden rund 100 Soldaten einer Einheit der Luftverteidigung aus Halmstad. Geführt wird der Verband vom Nato-Luftwaffenkommando.
Breite Mehrheit im Reichstag
Erst in der vergangenen Woche hatte Stockholm angekündigt, Kampfflugzeuge vom Typ Gripen zur Luftraumüberwachung der Nato nach Polen zu schicken. Aufgabe beider Einsätze sei es, das Logistikdrehkreuz der Nato am Flughafen in Polen zu schützen, sagte Kristersson laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Das Parlament hatte der Regierung bereits Ende 2025 erlaubt, 2026 bis zu 600 Soldaten für Nato-Aufgaben einzusetzen, darunter Luftabwehr in Polen. Sozialdemokraten und Zentrum unterstützten den Kurs, auch die Linkspartei trug den Einsatzrahmen mit, verlangte aber, dass schwedische Soldaten nicht an Nato-Übungen zur nuklearen Abschreckung teilnehmen.
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Außenministerin Maria Malmer Stenergard verwies auf jüngste russische Versuche, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen. Verteidigungsminister Pål Jonson begründete die Entsendung mit der ernsten Sicherheitslage und wiederholten Verletzungen des Luftraums von Nato-Verbündeten.
Entscheidungen einer Übergangsregierung
Kristersson hat nach der Parlamentswahl seine Mehrheit verloren. Mitte-links kommt auf 176 Sitze, sein bisheriges rechtes Lager auf 173. Am 17. September trat er als Regierungschef zurück, führt die Amtsgeschäfte aber bis zur Wahl eines Nachfolgers weiter. Derzeit versucht Sozialdemokraten-Chefin Magdalena Andersson, eine neue Regierung zu bilden.
Moskau weist Angriffspläne zurück
Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte im September unter Berufung auf nicht genannte Geheimdienste erklärt, Russland plane hybride Angriffe mit Drohnen und Raketen gegen Unterstützer der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte dagegen laut Reuters, Russland habe nicht die Absicht, jemanden anzugreifen, werde im Fall einer Aggression aber antworten.
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