UFO-Akten

Was flog lautlos über das US-Atomwaffenwerk? Pentagon legt rätselhaften UFO-Fall offen

Radar schlug Alarm, Sicherheitskräfte nahmen die Verfolgung auf – doch Antrieb und Herkunft blieben rätselhaft. Neue Pentagon-Akten führen bis nach Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

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Bild einer vom Pentagon veröffentlichten Aufnahme eines unidentifizierten Flugobjekts. Es zeigt nicht den Vorfall über dem Pantex-Atomwaffenwerk.

Bild einer vom Pentagon veröffentlichten Aufnahme eines unidentifizierten Flugobjekts. Es zeigt nicht den Vorfall über dem Pantex-Atomwaffenwerk.

© Pentagon

Das Überwachungsradar schlug kurz nach 7 Uhr morgens an. Ein unbekanntes Objekt bewegte sich langsam über das Gelände des Pantex-Werks im US-Bundesstaat Texas. Sicherheitskräfte verriegelten die Zugänge zu geschützten Bereichen und nahmen mit mehreren Fahrzeugen die Verfolgung auf.

Was die Beamten anschließend beobachteten, konnten sie nicht erklären. Das Objekt habe kein Geräusch verursacht, berichteten sie. Auch mit Ferngläsern sei kein Antriebssystem zu erkennen gewesen. Nach wenigen Minuten verschwand es außerhalb des Werksgeländes.

Der Vorfall ereignete sich bereits im September 2015. Der vollständige Bericht des US-Energieministeriums wurde jedoch erst jetzt im Rahmen der neuen UFO-Freigaben öffentlich zugänglich gemacht. Die Datei gehört zur vierten Tranche, die das Pentagon am 10. Juli veröffentlichte.

Die freigegebenen UFO-Akten können auf der Internetseite des Pentagon durchsucht werden. Dort ist auch der vollständige Bericht über den Vorfall am Pantex-Atomwaffenwerk abrufbar.

UFO-Alarm bei Pantex: Sicherheitskräfte verfolgen Objekt

Nach dem freigegebenen Bericht bewegte sich das Objekt zunächst mit einer Geschwindigkeit von etwa 16 bis 24 Kilometern pro Stunde nach Norden. Mehrere Sicherheitskräfte bestätigten die Sichtung. Eine Kamera an einem ferngesteuerten Waffensystem erfasste das Objekt ebenfalls.

Die Beamten schätzten seine Flughöhe auf etwa 30 bis 60 Meter. Es sei ungefähr 1,20 Meter hoch und an der Unterseite etwa 60 Zentimeter breit gewesen. Einige Beobachter beschrieben die Form als diamantähnlich und oben abgerundet. Bei der Farbe gingen die Aussagen auseinander. Genannt wurden Schwarz, Silber, Rot und Blau.

Als die Sicherheitskräfte das Objekt verfolgten, habe es seine Geschwindigkeit erhöht und die Richtung geändert. Wegen fehlender Straßen verloren die Beamten es schließlich aus den Augen. Der örtliche Sheriff wurde eingeschaltet. Videos und Zeugenaussagen gingen nach dem Vorfall an das FBI.

Der Bericht hält zugleich fest, dass sich das Objekt nicht bedrohlich verhalten und keinem sensiblen Bereich gefährlich genähert habe. Eine Erklärung für die Beobachtung enthält die veröffentlichte Akte nicht.

Pantex ist keine gewöhnliche Industrieanlage. Seit 1975 dient das Werk als wichtigstes US-Zentrum für die Montage, Demontage, Wartung und Modernisierung von Atomwaffen. Auf dem Gelände werden zudem ausgemusterte Plutoniumkomponenten zwischengelagert.

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Militärpilot: „Wie nichts, was ich in 28 Jahren gesehen hatte“

Die Ufo-Akten enthalten weitere Fälle, bei denen erfahrene Militärangehörige keine Erklärung fanden. Ein Pilot beschrieb eine Begegnung während eines Fluges über dem Osten der Vereinigten Staaten im Jahr 2019.

Unterhalb seines Flugzeugs sei ein kleines Objekt mit hoher Geschwindigkeit in entgegengesetzter Richtung geflogen. Er habe es zunächst zehn bis 15 Sekunden lang verfolgt. Als die Besatzung die Kamera einschaltete und heranzoomte, verschwand es aus dem Sichtfeld.

Das Objekt habe Flugeigenschaften gezeigt, „wie ich sie in meinen 28 Jahren bei Luftwaffe und Marine noch nie gesehen hatte“, schrieb der Pilot in seinem Bericht. Bei einer späteren Auswertung habe es rechteckig gewirkt. Auch andere erfahrene Besatzungsmitglieder hätten es nicht einordnen können.

Pentagon stellt Hunderte UFO-Dateien ins Internet

US-Präsident Donald Trump hatte die Behörden im Februar angewiesen, Akten zu unidentifizierten Flugobjekten und möglichem außerirdischem Leben zu überprüfen und freizugeben. Seit dem 8. Mai veröffentlicht das Pentagon die Dokumente über das eigens eingerichtete Archiv Pursue.

Inzwischen sind vier Pakete mit Hunderten Dokumenten, Fotos, Videos und Tonaufnahmen verfügbar. Das Material stammt unter anderem vom Pentagon, der CIA, dem FBI, der Nasa und dem Energieministerium. Die Dateien reichen von Geheimdienstberichten aus den 1940er-Jahren bis zu militärischen Sensoraufnahmen aus dem Jahr 2025. Die jüngste Tranche enthält 40 Dateien, darunter 19 Videos.

Auch eine Spur nach Deutschland findet sich in dem Archiv. Alliierte Nachtjäger berichteten Ende 1944 und Anfang 1945 über leuchtende Kugeln, rötliche Flammen und zylindrische Objekte, die Flugzeuge über Deutschland und Frankreich begleitet hätten. Die Erscheinungen wurden als „Foo Fighters“ bezeichnet.

Die Dokumente belegen allerdings keine geheimen deutschen Flugscheiben. Sie zeigen vielmehr, dass die Alliierten damals prüften, ob es sich um neuartige deutsche Waffen, Täuschkörper oder natürliche Erscheinungen handeln könnte. Eine eindeutige Erklärung fanden sie nicht.

Beweise für Aliens in den UFO-Akten?

Das Wort UFO bedeutet lediglich, dass ein Objekt zum Zeitpunkt der Beobachtung nicht identifiziert werden konnte. Es sagt nichts über dessen Herkunft aus. Das Pentagon bezeichnet die im neuen Archiv versammelten Fälle ausdrücklich als ungelöst. Als Grund nennt es häufig fehlende oder qualitativ unzureichende Daten.

Das zuständige Untersuchungsbüro AARO erklärte wiederholt, bislang keine überprüfbaren Belege für außerirdische Wesen, Aktivitäten oder Technologien gefunden zu haben. Viele zunächst rätselhafte Aufnahmen konnten später als Ballons, Vögel, gewöhnliche Flugzeuge oder Sensorfehler eingeordnet werden. Bei anderen Fällen reicht das Material für eine belastbare Bestimmung nicht aus.

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