Die Polizeidirektion Dresden hat am vergangenen Wochenende bei einem nächtlichen Einsatz in der Äußeren Neustadt zwei Männer mithilfe sogenannter Super Recognizer identifiziert und festgesetzt. Als Super Recognizer werden Personen bezeichnet, die über eine überdurchschnittliche Fähigkeit verfügen, Gesichter zu erkennen und wiederzuerkennen.
Nach Angaben der Polizeidirektion wurde zunächst ein 29-jähriger Mann ermittelt, der mehrfach gegen räumliche Auflagen verstoßen hatte. Im weiteren Verlauf des Einsatzes identifizierten die Einsatzkräfte einen 25-Jährigen, der wegen Drogendelikten polizeibekannt war.
Der Einsatz von Super Recognizern durch deutsche Polizeibehörden ist eine vergleichsweise junge Praxis und wird erst seit wenigen Jahren angewandt. Als ein Auslöser für die verstärkte Nutzung gelten die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht 2015 auf der Domplatte in Köln.
Menschliche Erkennung statt automatisierter Bildanalyse
Die Beamten ziehen Super Recognizer gezielt zur Unterstützung heran. Im Fokus steht dabei häufig die Auswertung von Videomaterial von Straftaten, um abgebildete Personen zu identifizieren. Im Dresdner Fall kamen sie unmittelbar bei einem laufenden Einsatz im öffentlichen Raum zum Zug.
Anders als bei automatisierten Gesichtserkennungssystemen, die auf algorithmischer Bildanalyse basieren, stützt sich der Ansatz allein auf die menschliche Wahrnehmungsleistung ausgewählter Personen. Der Begriff Super Recognizer beschreibt eine kognitive Fähigkeit, die deutlich über der durchschnittlichen menschlichen Kapazität zur Wiedererkennung von Gesichtern liegt.
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