Die Hotel- und Gaststätteninnung Berlin hat einen neuen Präsidenten. Gestern wurde Peter Härig, Chef des Brauhauses "GeorgBraeu" im Nikolaiviertel, zum ehrenamtlichen Oberhaupt gewählt. Er tritt die Nachfolge von Michael Wegner an, der vor einigen Monaten aus persönlichen Gründen zurückgetreten war.Er sei jemand, der immer in Bewegung sein müsse, sagt Härig über sich. Ja, der Härig ist engagiert und zielstrebig. Der kann andere mitreißen, schätzen Kneiperkollegen ihn ein. Wenn Härig etwas anpackt, wird meistens auch was Vernünftiges daraus. Das hat der seit 30 Jahren in Berlin lebende Gastwirt bereits mehrfach bewiesen.1963 war Peter Härig als Möbeltischler aus Leipzig in die damalige Hauptstadt der DDR gekommen. Gastronom zu werden war sein Wunsch "und ich begann, in Gartenrestaurants zu jobben". Nach der Ausbildung zum Facharbeiter übernahm Härig bereits drei Jahre später die gastronomische Versorgung des alten Friedrichstadtpalastes. 1976 wurde er Inhaber der Eckgaststätte "Zum Anker" in Prenzlauer Berg. Aus dem Lokal machte der verheiratete Familienvater (vier Kinder zwischen 33 und 26 Jahren) 1983 das erste Nachtspeisenrestaurant Ost-Berlins.Kurz nach der Wende gründete Härig mit zehn Kollegen den ersten Ostdeutschen Gaststätten-und Hotelverband, der 1991 In die gemeinsame Innung Berlins überführt wurde. Zudem baute er eine unansehnliche HO-Gaststätte im Nikolaiviertel um und eröffnete im Oktober 1992 das "GeorgBraeu". Bisher standen immer Hotelliers an der Spitze der Berliner Innung. Nun nimmt mit Peter HAng erstmals ein Gastronom die Zügel in die Hand. Er weiß, daß man in den knapp 3000 Innungsbetrieben (insgesamt gibt es 7 500 gastronomische Einrichtungen) große Erwartungen In ihn setzt. Gastronomie und Hotelierie will HAng wieder enger zusammenführen, nachdem sich zuletzt die Hotelliers unter anderem aufgrund der Diskussion um die Tourismus GmbH von der Innung nicht mehr vertreten fühlten und einen eigenen Verband gründen wollten. "Das Ist vom Tisch", so HAng.Zudem will er "Bewegung in die leidige Biergartendebatte" bringen. "Wenn der Reglerende Bürgermeister Berlin als Stadt ohne Sperrstunde und mit Nachtleben charakterisiert, kann es nicht sein, daß um 22 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden."
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