Rosenstolz

Peter Plate: „Wir haben die Rechte an unseren Rosenstolz-Songs verkauft“

Ulf Leo Sommer und Peter Plate von Rosenstolz müssen das Theater des Westens 2027 verlassen. Eigentlich hatten sie dort kräftig investiert. Was ist los in Charlottenburg?

3 Min
Ulf Leo Sommer (l.) und Peter Plate (Archivbild) möchten gern im Theater des Westens bleiben – ihr Mietvertrag endet allerdings schon Ende April 2027.

Ulf Leo Sommer (l.) und Peter Plate (Archivbild) möchten gern im Theater des Westens bleiben – ihr Mietvertrag endet allerdings schon Ende April 2027.

© imago

Kurz vor der Musical-Premiere von „Salon Rosie“ kam für Peter Plate (59) und Ulf Leo Sommer (56) die Hiobsbotschaft. Bei einer Vorab-Präsentation des Stücks, das erst an diesem Freitag, den 30. Oktober, regulär startet, machten die beiden Intendanten die Nachricht und ihre Pläne diesbezüglich öffentlich. Der Berliner Zeitung hat das Theater dies inzwischen bestätigt. Zunächst hatten B.Z. und RBB berichtet.

Schluss im April 2027

„Wir sind nur noch bis Ende April 2027 im Theater des Westens“, sagt Plate laut B.Z. Der Mietvertrag mit der Stage Entertainment laufe dann aus. Seit 2021 verantwortet das Komponisten-Duo Plate/Sommer die Musical-Produktionen am Theater des Westens in Charlottenburg.

Keine Einigung mit der Stage

Plate und Sommer wollten eigentlich nahtlos weitermachen, als Untermieter der Stage oder als Hauptmieter bei der landeseigenen BIM. Für den Rest des Jahres 2027 kam man mit der Stage laut Plate aber nicht zusammen, trotz bislang guter Kooperation. Gegenüber RBB24 Inforadio bestätigte Plate das am Donnerstag.

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Hoffnung auf 2028

Offen ist, wie es danach weitergeht. Laut RBB verhandeln Plate und Sommer derzeit mit der Stage und der Stadt Berlin als Eigentümerin über ein weiteres Engagement – allerdings erst ab 2028. Plate, Sommer und Team haben die Hoffnung für ein Comeback also noch nicht aufgegeben, ist zu hören.

Die Kulturverwaltung hält sich unterdessen laut B.Z. bedeckt. Das Haus soll perspektivisch saniert werden, Leerstand wolle man durch eine Zwischennutzung vermeiden. Mit mehreren Interessenten werde gesprochen.

Das Geld aus den Rosenstolz-Songs

Das Theater kommt übrigens ohne Subventionen aus. Investieren konnten Plate und Sommer trotzdem kräftig dank ihres Liederkapitals: „Wir haben die Rechte an unseren Rosenstolz-Songs verkauft“, so Plate im Gespräch mit der B.Z.

Das Geld floss in das Haus, andere kostspielige Wünsche habe man nicht: „Wir brauchen kein Boot, keine dritte Wohnung.“ Ihre eigenen Lieder dürfen die beiden weiterhin (trotz Lizenzverkauf) kostenfrei nutzen. Das habe man in den Vertrag so „reinverhandelt“.

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Rosenstolz und der Tod von AnNa R.

Peter Plate gründete 1991 gemeinsam mit Sängerin AnNa R. die Band Rosenstolz. Er war Songwriter, Keyboarder und zweiter Sänger des Duos, das bis zur Auflösung 2012 zwölf Alben veröffentlichte, fünf davon erreichten Platz eins.

Ulf Leo Sommer (lange Zeit auch Lebenspartner Peter Plates) wirkte als Komponist und Produzent mit. AnNa R. starb im März 2025 mit 55 Jahren in Friedrichshain. Die Band lag bereits seit 2012 auf Eis.

Eigene Musicals am Haus – und viel Optimismus

Als künstlerische Leiter brachten Plate und Sommer Produktionen wie „Ku’damm 56“ und „Romeo & Julia“ auf die Bühne, zuletzt ihr eigenes Musical „Wir sind am Leben“. Berlins Ruf als Musical-Stadt (neben Hamburg und Stuttgart) hat dadurch deutlich profitiert. Mehr als 200 Menschen arbeiten im Theater.

Das Plate/Sommer-Konzept für 2028 bis 2030 sieht mehr Premieren statt Wiederaufnahmen vor, dazu ein neues Café des Westens im Spiegelsaal-Foyer. Oder um es im O-Ton von Plate zu sagen: „Wir sind verliebt ins Gelingen.“


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