Eine kürzlich von Umweltorganisationen durchgeführte Studie hat gezeigt, dass alle getesteten Grund- und Oberflächenwasserproben aus Europa mit PFAS belastet sind. Auch Wasser aus der Spree in Berlin-Charlottenburg wurde für die Studie herangezogen und wies Verunreinigungen auf, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Montag mitteilte. Für sauberes Trinkwasser und intakte Ökosysteme seien jedoch schadstofffreie Gewässer erforderlich.
Die höchste Konzentration wurde in der Elbe bei Hamburg festgestellt, mit einem Wert von 3300 ng/L Trifluoressigsäure, was dreimal höher ist als die vom BUND zuvor nachgewiesenen Konzentrationen im Trinkwasser. Der BUND-Trinkwassertest hatte bereits vor einem Monat das Ausmaß der PFAS-Belastung in Mineral- und Leitungswasser aufgezeigt.
Die Studie wurde von der österreichischen unabhängigen Umweltorganisation Global 2000 und dem Europäischen Pestizid Aktionswerk (PAN) für den BUND durchgeführt.
Alle Wasserproben enthielten PFAS: Das sind die Gefahren für Menschen
Im Laufe der Studie wurden sechs Grund- und 23 Oberflächenwasser in zehn europäischen Ländern auf die PFAS Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) und vereinzelt auch weitere PFAS getestet. Dabei zeigte sich, dass die Elbe in Hamburg die höchste Belastung aufweist, gefolgt von der Seine in Paris. Alle Wasserproben enthielten PFAS.
Von den 21 getesteten PFAS stellt TFA mit etwa 99 Masseprozent die größte Belastung dar. Die vom BUND untersuchte Stichprobe aus der Spree in Berlin-Charlottenburg ergab folgende Konzentrationen: TFA: 1400 Nanogramm pro Liter, PFOA: 3,2 ng/L, PFOS: 2,4 ng/L, PFBA: 5,4 ng/L, PFPeA: 2,3 ng/L, PFHxA: 2,8 ng/L, PFHpA: 1,3 ng/L und PFBS: 1,9 ng/L.
Das „Jahrhundertgift“ kann man weder sehen noch schmecken oder riechen; es wird vermutet, dass PFAS Krebs verursachen oder unfruchtbar machen kann und dass sie das Immunsystem schwächen, insbesondere bei Kindern.
„Jahrhundertgift“: Wo findet man PFAS?
Die sogenannten Ewigkeitschemikalien werden weltweit genutzt, zum Beispiel bei der Herstellung von beschichteten Backutensilien, aber auch für Backpapiere und Kleidungsstücke wie Regenjacken. Die Abkürzung PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, zu dieser Gruppe gehören mehr als 10.000 künstlich hergestellte Stoffe.
Die Autoren der Studie raten, sofort Maßnahmen gegen die Verunreinigung zu ergreifen. „Wir brauchen jetzt ein PFAS-Verbot, damit die Konzentrationen der Ewigkeits-Chemikalien in unserer Umwelt nicht noch weiter zunehmen“, heißt es. Auch Pestizide sollten demnach verboten werden.
Pestizide sind im aktuellen PFAS-Beschränkungsvorschlag, der von Deutschland und vier weiteren Ländern der Europäischen Chemikalienagentur vorgelegt wurde, explizit ausgenommen. „Es darf nicht sein, dass weiterhin tonnenweise PFAS auf Felder gelangen und die Gewässer vergiften“, teilt der BUND weiter mit.
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