UPDATE

Gesundheit

Verunreinigung mit Ewigkeitschemikalie: So viele PFAS sind in der Spree

Ob an Pfannen oder Regenjacken, scheinbar überall finden sich mittlerweile PFAS – auch im Grundwasser. Eine neue Studie enthüllt die Belastung in Europas Gewässern. Was sind die Folgen?

Franz Becchi Team News
3 Min
PFAS befindet ist mittlerweile weit verbreitet, doch wie gefährlich ist die Ewigkeitschemikalie?

PFAS befindet ist mittlerweile weit verbreitet, doch wie gefährlich ist die Ewigkeitschemikalie?

© Pascal GUYOT / AFP

Eine kürzlich von Umweltorganisationen durchgeführte Studie hat gezeigt, dass alle getesteten Grund- und Oberflächenwasserproben aus Europa mit PFAS belastet sind. Auch Wasser aus der Spree in Berlin-Charlottenburg wurde für die Studie herangezogen und wies Verunreinigungen auf, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Montag mitteilte. Für sauberes Trinkwasser und intakte Ökosysteme seien jedoch schadstofffreie Gewässer erforderlich.

Die höchste Konzentration wurde in der Elbe bei Hamburg festgestellt, mit einem Wert von 3300 ng/L Trifluoressigsäure, was dreimal höher ist als die vom BUND zuvor nachgewiesenen Konzentrationen im Trinkwasser. Der BUND-Trinkwassertest hatte bereits vor einem Monat das Ausmaß der PFAS-Belastung in Mineral- und Leitungswasser aufgezeigt. 

Guten Morgen, Berlin Newsletter
Vielen Dank für Ihre Anmeldung.
Sie erhalten eine Bestätigung per E-Mail.

Die Studie wurde von der österreichischen unabhängigen Umweltorganisation Global 2000 und dem Europäischen Pestizid Aktionswerk (PAN) für den BUND durchgeführt.

Alle Wasserproben enthielten PFAS: Das sind die Gefahren für Menschen

Im Laufe der Studie wurden sechs Grund- und 23 Oberflächenwasser in zehn europäischen Ländern auf die PFAS Chemikalie Trifluoressigsäure (TFA) und vereinzelt auch weitere PFAS getestet. Dabei zeigte sich, dass die Elbe in Hamburg die höchste Belastung aufweist, gefolgt von der Seine in Paris. Alle Wasserproben enthielten PFAS.

Von den 21 getesteten PFAS stellt TFA mit etwa 99 Masseprozent die größte Belastung dar. Die vom BUND untersuchte Stichprobe aus der Spree in Berlin-Charlottenburg ergab folgende Konzentrationen: TFA: 1400 Nanogramm pro Liter, PFOA: 3,2 ng/L, PFOS: 2,4 ng/L, PFBA: 5,4 ng/L, PFPeA: 2,3 ng/L, PFHxA: 2,8 ng/L, PFHpA: 1,3 ng/L und PFBS: 1,9 ng/L.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Das „Jahrhundertgift“ kann man weder sehen noch schmecken oder riechen; es wird vermutet, dass PFAS Krebs verursachen oder unfruchtbar machen kann und dass sie das Immunsystem schwächen, insbesondere bei Kindern.

„Jahrhundertgift“: Wo findet man PFAS?

Die sogenannten Ewigkeitschemikalien werden weltweit genutzt, zum Beispiel bei der Herstellung von beschichteten Backutensilien, aber auch für Backpapiere und Kleidungsstücke wie Regenjacken. Die Abkürzung PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, zu dieser Gruppe gehören mehr als 10.000 künstlich hergestellte Stoffe.

Die Autoren der Studie raten, sofort Maßnahmen gegen die Verunreinigung zu ergreifen. „Wir brauchen jetzt ein PFAS-Verbot, damit die Konzentrationen der Ewigkeits-Chemikalien in unserer Umwelt nicht noch weiter zunehmen“, heißt es. Auch Pestizide sollten demnach verboten werden.

Pestizide sind im aktuellen PFAS-Beschränkungsvorschlag, der von Deutschland und vier weiteren Ländern der Europäischen Chemikalienagentur vorgelegt wurde, explizit ausgenommen. „Es darf nicht sein, dass weiterhin tonnenweise PFAS auf Felder gelangen und die Gewässer vergiften“, teilt der BUND weiter mit.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner